Wien, am 9. Februar 2016 – Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßt die am Donnerstag
gefällte und heute publik gewordene Entscheidung der EU-Kommission und der Mitgliedstaaten, Bisphenol A (BPA) als reproduktionstoxisch Kategorie 1B einzustufen.
„Dass BPA nun offiziell als fortpflanzungsschädigend klassifiziert wurde,
ist ein klarer Auftrag an die Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission,
Maßnahmen zu ergreifen, die den Schutz der Menschen vor dieser
besorgniserregenden Chemikalie gewährleisten”, betont Helmut
Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000: „Reproduktionstoxische
Chemikalien können sowohl die Fortpflanzungsfähigkeit
beeinträchtigen als auch den sich entwickelnden Fötus im Mutterleib
unmittelbar schädigen.”
Diese fruchtschädigenden Effekte von BPA werden auf die Störung
hormoneller Steuerungsprozesse zurückgeführt. Daher lassen sich für
BPA als hormonell wirksame Chemikalie nach derzeitigem Wissensstand
keine sicheren Schwellenwerte und daher auch keine sicheren
gesetzlichen Grenzwerte festlegen. Die Konsequenz muss daher sein,
alle Anwendungen, die zu einer Belastung des Menschen mit diese
Chemikalie führen, wie beispielsweise die Innenbeschichtung von
Lebensmittelkonserven oder die Verwendung für Thermopapier in
Kassabons, generell zu verbieten. In Frankreich gelten BPA-Verbote
seit 1. Jänner 2015.