Wien, 6. November 2013: Die Europäische Kommission hätte heute ein deutliches Zeichen setzen können, dass Gentechnik auf den europäischen Feldern keine Chance hat. In der heutigen Sitzung der Kommission wurde jedoch beschlossen, die Entscheidung für eine Anbauzulassung der gentechnisch veränderten Maissorte 1507 von Pioneer an den Ministerrat weiterzuleiten. Ein Beschluss des Ministerrates wird in den kommenden Wochen erwartet.

Heidemarie Porstner, Gentechniksprecherin bei GLOBAL 2000, ist enttäuscht: „Dass die Kommission nicht geschlossen diese Chance nutzt, lässt den Verdacht aufkeimen, dass der EU die Interessen der Konzerne wichtiger zu sein scheinen als die Sicherheit der EU-BürgerInnen. Es gibt uns jedoch Hoffnung, dass einige Kommissare im Vorfeld sehr wohl ihre Bedenken angemeldet haben.“

Nun liegt es am EU-Ministerrat zu entscheiden, ob der Gentechnik Vorschub geleistet wird. Die Maissorte 1507 enthält ein hochtoxisches Insektizid, das sich nicht nur auf die Schädlinge, sondern auch auf die zahlreichen Nützlinge sehr negativ auswirkt. Die Beeinträchtigung von Honig- und Wildbienen wurde in keiner Weise erhoben. Außerdem ist dieser Mais herbizidresistent, es ist daher zu erwarten, dass das hochtoxische Pestizid Glufosinat durch den Anbau dieser Maissorte verstärkt eingesetzt wird. Glufosinat steht in Verdacht, auf Menschen erbschädigend zu wirken und Fehlgeburten sowie embryonale Missbildungen auszulösen. „Es liegt nun in der Verantwortung der AgrarministerInnen der EU, ob sie eine solch hochriskante gentechnisch veränderte Maissorte zulassen wollen. Wir appellieren auch an das österreichische Lebensministerium, hier umgehend ein klares Statement zu setzen“, sagt Porstner abschließend.