Wien, 18. November 2013: Heute wurde der “Climate Change Performance Index” von Germanwatch auf der Klimakonferenz in Warschau vorgestellt. Der Index beurteilt die Klimaschutzbemühungen von 58 Staaten, die zusammen für 90 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich sind. Bewertet werden neben der Energieeffizienz und dem Ausbau erneuerbarer Energie auch die politischen Rahmenbedingungen und Positionen der Staaten. Die ersten drei Plätze bleiben wie bisher frei, da kein Land ausreichend für den Klimaschutz unternimmt. Weltweiter Klimaschutzvorreiter ist Dänemark auf Platz 4, den letzten Platz nimmt wie bisher Saudi Arabien ein. Österreich rückt im Vergleich zum Vorjahr sechs Plätze auf den 29. Rang vor und liegt damit erstmals im internationalen Vergleich im Mittelfeld. “Dass Österreich langsam zu Ländern aufschließt, die wirksame Klimaschutzpolitik betreiben, ist erfreulich. Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger müssen jetzt in den Koalitionsverhandlungen jedoch dafür sorgen, dass stabile Förderbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Enerige und Gebäudesanierung geschaffen werden. Sonst kann Österreich die neu gewonnene Position rasch wieder verlieren – insbesondere, da die politischen Bemühungen immer noch als unzureichend bewertet werden”, erklärt Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000.

Während der Ausbau erneuerbarer Energie positiv bewertet wird, erhält die Klimapolitik in Österreich insgesamt dennoch ein schlechtes Zeugnis: Bei der Bewertung der Politik kommt Österreich nur auf den 41. Rang. “Wir brauchen langfristig stabile Förderbedingungen, anstatt ganze Branchen zu verunsichern, indem Förderungen ständig zur Diskussion gestellt oder gekürzt werden. Vor allem effiziente und wirksame Instrumente wie das Ökostromgesetz müssen weiter ausgebaut werden – Faymann und Spindelegger sollen sich dazu klar bekennen”, nennt Wahlmüller einen wichtigen Faktor in der österreichischen Klimapolitik beim Namen.

Wahlmüller sieht für Österreich auch die Möglichkeit, zum Spitzenreiter zu werden: “Was Dänemark im Bereich der Windenergie ist, könnte Österreich beim nachhaltigen Bauen werden. Wer dieses Know How gezielt weiterentwickelt, wird in Zukunft zum international gefragten Partner”, ist sich Wahlmüller sicher. “Dafür braucht es aber mehr Geld für thermische Sanierung und die Weiterentwicklung der energetischen Standards bei Sanierung und Neubau”, stellt Wahlmüller klar. Mit einer gestärkten Klimaschutzstrategie wären auch klare wirtschaftliche Vorteile verbunden: Eine Anhebung der thermischen Sanierungsrate auf drei Prozent würde nicht nur eine Wertschöpfung von 5,5 Milliarden Euro generieren, sondern auch tausende Arbeitsplätze schaffen.

GLOBAL 2000 hat eine Petition für eine bessere Klimaschutzpolitik gestartet, die unter www.global2000.at unterstützt werden kann und die Politik dazu auffordern soll, Österreich zum Klimavorreiter zu machen.