AMA-Gütesiegel wirbt mit 'streng geprüftes Futter' – UmweltschützerInnen stellen klar: 'da ist Gentechnik im Futter'

(Wien, 1. März 2011). Rund eine Tonne AMA-„Gütesiegel taugliches“ Futter bringen die UmweltschützerInnen von GLOBAL 2000 heute zur Agrarmarkt Austria (AMA). Der Grund ihrer Beanstandung: Dieses Futter besteht großteils aus Gentechnik-Pflanzen. Das, obwohl das österreichische AMA-Gütesiegel derzeit mit 'streng geprüftes Futter' für AMA-Fleisch eine großangelegte Werbekampagne fährt. „Diese vordergründige Werbung ist ganz klar die Reaktion auf den jüngsten Dioxin-Futtermittelskandal. Die Österreicherinnen und Österreicher lehnen aber die Gentechnik in der Landwirtschaft und in ihren Lebensmitteln ab und das aus gutem Grund. Wer sich auf das österreichische Qualitätssiegel verlässt, sollte also nicht durch die Hintertür Gentechnik auf den Teller bekommen. Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Kampagne der AMA in unseren Augen KonsumentInnen-Täuschung“, sagt Jens Karg, Sprecher von GLOBAL 2000. Im Rahmen des erfolgreichsten parteiunabhängigen Volksbegehrens hatten sich 1997 über 1,2 Millionen Menschen gegen Gentechnik in Nahrung und Landwirtschaft ausgesprochen und regelmäßige Umfragen bestätigen die weiterhin ablehnende Haltung der ÖsterreicherInnen zu Gentechnik-Lebensmitteln. Dennoch wird ein großer Teil des nach Österreich importierten Gentechnik-Soja im Rahmen des AMA-Gütesiegelprogramms verfüttert.

GLOBAL 2000

Insgesamt werden in Österreich jedes Jahr rund 600.000 Tonnen gentechnisch verändertes Soja an Masttiere verfüttert. GLOBAL 2000 warnt vor den negativen Auswirkungen: Einerseits sind die Risiken des genetisch veränderten Futters in der Nahrungskette nicht geklärt. Andererseits führen die Sojapflanzungen in den Anbauländern zu massiven Umweltproblemen. In Argentinien beispielsweise ist der Spritzmitteleinsatz in den ersten zehn Jahren um das 56-fache gestiegen. Der enorme Flächenbedarf der Soja verdrängt traditionelle Anbauflächen von Getreide und Gemüse zur Lebensmittelproduktion und führt zu Hunger und sozialen Problemen. Massive Rodungen von Wäldern und Savannen bedrohen den Lebensraum von Menschen und Tieren wie dem Jaguar oder seltenen Vögeln.

GLOBAL 2000 fordert: gentechnikfrei als Qualitätskriterium für AMA-Gütesiegel

2010 hat GLOBAL 2000 gezeigt, dass es auch anders geht: Die österreichischen Milch-ProduzentInnen reagierten auf die Kampagne der Umweltschutzorganisation und stellten auf gentechnikfreie Futtermittel um. Auch die österreichische Eierproduktion kam dem Wunsch der KonsumentInnen nach und verwendet nur noch gentechnikfreie Futtermittel. „Diesen Weg müssen wir weiter gehen. Es ist höchste Zeit, dass das staatliche Gütesiegel der AMA ein Verbot von Gentechnik-Tierfutter als Qualitätskriterium einführt. Irreführender Werbung nutzt uns nichts, wir wollen wirklich gesunde heimische Lebensmittel. Sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Futtermittelskandal auch Österreich trifft“, so Karg abschließend.

Bilder zur Aktion finden Sie auf flickr.com/photos/global2000

Kontakt: Jens Karg, Tel: 0699 14 2000 20, Simonne Baur, Tel: 0699 14 2000 23, mailto: presse@global2000.at