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Neue EU Treibhausgas-Daten zeigen: Österreich bremst weiter den Kyoto-Zug

Wien (16. Juni 2008). Aufgrund der vorab bekannt gewordenen Treibhaus-Daten der EU zeichnet sich heute schon ab, dass Deutschland im Klimaschutz-Match die Nase gegenüber Österreich deutlich vorne hat. Bezogen auf die Kyoto-Zielerreichung steht es 11 zu 1 für Deutschland. Deutschland lag 2006 nur noch 2,5 Prozentpunkte von der Kyoto-Zielerreichung entfernt, Österreich dagegen 28 Prozentpunkte. Silva Herrmann, Klimaschutzsprecherin der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000: „Österreich bremst den europäischen Kyoto-Zug. Neben Luxemburg und Spanien ist Österreich das Land, das am weitesten von der Zielerreichung entfernt ist! Damit ist Österreich mitverantwortlich dafür, dass die Gesamt-Emissionen der EU 2006 noch 3,7 Prozentpunkte über dem Kyoto-Zielpfad lagen.“

Ohne die Erweiterung der EU sähen die Zahlen noch weitaus schlechter aus. Denn es sind vor allem die neuen Mitgliedsstaaten, die durch den Zusammenbruch der Wirtschaft massive Treibhausgas-Reduktionen haben. Die EU-15 haben ihre Emissionen nur um 2,2 Prozent gegenüber 1990 reduziert.

Neben dem Zusammenbruch der DDR, der für zirka die Hälfte der Treibhausgas-Reduktion steht, zeigen die folgenden Beispiele auf, dass Deutschland verglichen mit Österreich Klimapolitik ernster genommen hat: Während in Deutschland die Emissionen aus dem Gebäudebereich um 20 Prozent gesunken sind, sind sie in Österreich gleich geblieben. In Deutschland sind die Emissionen aus dem Transportbereich von 164.418 Gigatonnen CO2-eq auf 162.011 (-1,5%) gesunken, in Österreich von 12.669 Gigatonnen CO2-eq auf 23.119 gestiegen (+82,5%). Im Bereich der öffentlichen Strom- und Wärmeproduktion sind die Emissionen in Österreich um 11 Prozent gestiegen, in Deutschland um 2 Prozent gesunken. Mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz ist in Deutschland ein Boom in der Ökostrom-Erzeugung gelungen.

Silva Herrmann abschließend: „Österreich verspielt das Erbe der Vergangenheit. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromix sinkt, die Energieeffizienz macht kaum Fortschritte. Die zögerliche Klimaschutzpolitik der Regierung treibt Österreich weiter in die Kostenfalle der fossilen Energieträger. Wir brauchen jetzt ein Klimaschutzgesetz, das ehrgeizige Ziele setzt und Energieeinsparung und den Ausbau Erneuerbarer Energien in Österreich zu den Säulen der Klima- und Energiepolitik macht.“

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26, E-Mail: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Klimaschutzsprecherin: Silva Herrmann, Tel.: 0699/14 2000 17