Wien/Brüssel, am 4. April 2014 –  Am Montag endet die öffentliche Konsultationsfrist in Sachen EU-Förderung für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point. In den vergangenen drei Wochen haben bereits rund 20.000 BürgerInnen Stellungnahmen direkt an die Generaldirektion Wettbewerb der EU Kommission geschickt. Und auch zahllose Verbände im Bereich der erneuerbaren Energie, Initiativen, Unternehmen, öffentliche Stellen sowie Betroffene engagieren sich gegen die absurden Fördermechanismen für den Neubau eines Atomkraftwerks in Großbritannien. Denn seitdem GLOBAL 2000 das Thema „Subventionen für neue Atomkraftwerke“ zum ersten Mal im Herbst 2013 thematisierte und den ersten Versuch abgeschmettert hat, Atomenergie nach dem Modell für Erneuerbare Energie zu fördern, sind zahlreiche EU-weite Kooperationen dagegen entstanden. Wie Quellen aus Brüssel verraten, macht jedoch auch Großbritannien erheblichen Druck, das Förderprogramm für das Atomkraftwerk durchzuwinken.

GLOBAL 2000 Atomsprecherin Patricia Lorenz: „Der von der britischen Regierung für den Energieversorger EdF vorgelegte Plan einer fixen Einspeiseregelung für das künftige AKW für unglaubliche 35 Jahre ab Inbetriebnahme bei einem dreifachen garantierten Abnahmepreis im Vergleich zu den aktuellen Preisen am Strommarkt, wäre reine Marktverzerrung. Eine erhebliche Benachteiligung aller anderen Produzenten von Strom ist offensichtlich.“ Denn wenn es nach den Vorstellungen der EU-Kommission geht, soll auch das bisher erfolgreiche Förderungsschema für Erzeuger von Erneuerbaren Energien wie Wind und Solar in den nächsten Tagen abgeschafft werden. Patricia Lorenz weiter: „Die EU-Kommission geht in die vollkommen falsche Richtung. Subventionen für Atomkraft einzuführen und für Erneuerbare Energie abzuschaffen grenzt an Wahnsinn. Hinzu kommt noch, dass der britische Plan mit den 35 Jahren Vergütung für Atomstrom eine  Überförderung einer einzigen Energieform darstellt. Das Projekt Hinkley Point C wurde ohne eine Ausschreibung an EdF vergeben und verstößt damit klar gegen die aktuellen Beihilferegeln. Wenn die EU- Kommission das zulässt, sprengt sie die Beihilferegeln und in letzter Konsequenz den Binnenmarkt der EU in die Luft. Dann kann jeder fördern, was er will, sei es Kohle oder sonstige umweltvernichtende Energien.“

Jeder Einspruch aus der Bevölkerung an die Kommission kann den Ausschlag geben: http://global2000.at/stoppatomförderung