Linz am 11.8.2015: Im Rahmen der Brancheninitiative United Against Waste wurden gemeinsam mit dem oberösterreichischen Umweltlandesrat Rudi Anschober österreichweit Erhebungen zu anfallenden Lebensmittelabfällen in der Außerhausverpflegung - sprich Gastronomie- und Beherbungsbetriebe, sowie Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung - durchgeführt und auf ganz Österreich hochgerechnet. Mit Hilfe des Unternehmens Gastro Data hat GLOBAL 2000 nun den Anteil dieses Lebensmittelabfalles für Oberösterreich ermittelt und die Umweltbelastung berechnet, die durch die Produktion und Entsorgung dieser Lebensmittel für das Bundesland anfallen. "24.400 Tonnen Lebensmittelabfälle in einem einzigen Bundesland - so etwas sollte es im 21. Jahrhundert nicht mehr geben", so Bernhard Wohner von der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Vermeidbare Lebensmittelabfälle in der oberösterreichischen Außerhausverpflegung
Nachdem Gastro Data bereits im Rahmen der Initiative United Against Waste eine Hochrechnung für die Außerhaus-Verpflegung Österreichs erstellt hat, wurde diese nun für das Land Oberösterreich heruntergebrochen. Das Ergebnis? Während die Hochrechnung für Gesamt-Österreich eine Menge an vermeidbaren Lebensmittelabfällen von 186.400 Tonnen pro Jahr ergab, so liegt der Anteil Oberösterreichs bei rund 24.400 Tonnen. Diese Zahl beinhaltet Lebensmittelabfälle aus Gastronomiebetrieben von 7.100 Tonnen, aus Beherbungsbetrieben von rund 4.500 Tonnen und aus Betrieben der Gemeinschaftsverpflegung von 12.800 Tonnen. Je nach Betrieb wird dabei aus einem Kilogramm verkochten Lebensmitteln zwischen 50 und 450 g Abfall - wobei diese Zahl noch gar keine Zubereitungsreste oder Getränke inkludiert.

Umweltbelastung durch Lebensmittelabfälle in Oberösterreich
GLOBAL 2000 hat nun die Umweltbelastung, die durch vermeidbaren Lebensmittelabfall in der oberösterreichischen Außerhaus-Verpflegung pro Jahr entsteht, berechnet. Das Ergebnis bezogen auf 24.400 Tonnen vermeidbaren Lebensmittelabfall lautet: Rund 54.000 Tonnen CO2-Äquivalente, 3 Millarden Liter Wasser und eine unnötige Flächeninanspruchnahme von ca. 5.500 Hektar Land. Um sich das Ganze bildlich vorstellen zu können, kann man die Zahlen wie folgt gleichsetzen: so viel CO2-Äquivalente wie rund 9.000 Erdumrundungen mit einem Mittelklasse-PKW, 3 Millarden Liter Wasser verbrauchen 65.000 OberösterreicherInnen pro Jahr und einer Fläche größer als das Stadtgebiet Wels. Interessant ist an der Berechnung auch: stellt Fleisch nur einen kleineren Teil des insgesamt anfallenden Abfalles dar, so macht es zeitgleich rund die Hälfte der CO2-Bilanz aus.

Forderung nach einem sorgsamen Umgang mit Lebensmittel
"Umso wichtiger, dass gerade mit Fleisch sorgsamer umgegangen wird. GastronomInnen können einen wertvollen Beitrag für die Umwelt leisten, indem sie die Möglichkeit der Bestellung kleiner Portionen, die Mitnahme von Essensresten und ein breiteres Angebot von vegetarischen Speisen anbieten und aktiv bewerben", so Bernhard Wohner von GLOBAL 2000.

Umwelteffekte der Lebensmittelproduktion
Die Produktion von Lebensmitteln - bedingt durch die moderne, industrielle Landwirtschaft - stellt durch die Verwendung von chemisch-synthetischen Pestiziden und künstliche Düngemitteln eine große Belastung für unseren Planeten dar. So stellt der Anteil der Ernährung am ökologischen Fußabdruck einer Person in Österreich ein Drittel dar. Vor allem der Umgang mit ressourcenintensiven Lebensmitteln wie Fleisch und tierischen Erzeugnissen sollte deshalb auf der Tagesordnung stehen. Werden diese Lebensmittel produziert und nicht gegessen, sondern weggeworfen, so entsteht eine enorme Belastung für die Umwelt, die vermeidbar gewesen wäre.

Rückfragen & Kontakt:

Bernhard Wohner, GLOBAL 2000, Nachhaltigkeitsexperte, 0660 527 48 71, bernhard.wohner@global2000.at

Lisa Radda, GLOBAL 2000, Pressesprecherin, 0664 554 29 92, lisa.radda@global2000.at