AktivistInnen hängen 300 Quadratmeter-Transparent an europäisches Atom-Wahrzeichen: „Schon wieder Tschernobyl“ – EU-Volksabstimmung gegen AKWs!

(Brüssel 18. März 2011) Mit einer Aktion am Atomium in Brüssel, dem Symbol der europäischen Atomkraftnutzung, will die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 alle EuropäerInnen und Europäer ermutigen, den umgehenden Ausstieg aus der Hochrisikotechnologie Atomkraft jetzt möglich zu machen. „Angesichts der verheerenden Atomkatastrophe in Japan kann die EU nicht mehr zum Business as usual übergehen. Jetzt muss der endgültige Ausstieg aus der Atomkraft vorbereitet werden“, sagt Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Sprecher von GLOBAL 2000. „Eine EU-Volksabstimmung zur Atomkraft soll den Weg in eine zukunftsfähige europäische Energiepolitik weisen. 25 Jahre nach Tschernobyl muss die Katastrophe in Japan der Schlusspunkt des tödlichen Irrwegs sein“, so Uhrig. Die AktivistInnen entrollen am Freitagmorgen ein 300 Quadratmeter großes Banner am Atomium. In großen Buchstaben prangt die Mahnung „SCHON WIEDER TSCHERNOBYL“ von dem 102 Meter hohen Atom-Wahrzeichen. Mit der zum 25. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe geplanten Aktion wollen die UmweltschützerInnen auf das durch die Reaktorkatastrophe verursachte andauernde Leid der Menschen und vor allem der Kinder in der Ukraine, in Weißrussland und Russland aufmerksam machen ‚Nie wieder Tschernobyl‘ sollte die Botschaft zuvor heißen. „Jetzt hat uns die Realität auf schreckliche Weise eingeholt. Angesichts der zahllosen Opfer der furchtbaren Naturkatastrophe in Japan und der Folgen, die durch den Super-GAU zu befürchten sind, haben wir den Spruch auf ‚Schon wieder Tschernobyl‘ ändern müssen“, erklärt Uhrig.

 

Europaweite Unterschriftenaktion gegen Atomkraft

GLOBAL 2000 fordert mit der Unterschriftenaktion auf www.atomausstieg.at:

1. Sofortige Abschaltung aller Hochrisiko-Reaktoren in Europa!

2. Stopp für Laufzeitverlängerung und Neubaupläne von AKWs!

3. Abschaltplan für alle anderen europäischen AKWs bis 2020!

4. Stopp der Milliarden-Subventionen an die Atomindustrie!

5. Ökostrom statt Atomstrom - Nachhaltige Investitionen in erneuerbare Energien und Effizienz!

 

Auch österreichischer Umweltminister muss aufwachen!

Nikolaus Berlakovich forderte einen Stresstest für die europäischen AKWs. „Dieser Vorschlag, bedeutet aber, dass sich die nationalen Überwachungsbehörden selbst evaluieren und einen Freibrief ausstellen werden“ kritisiert Uhrig „Wir fordern daher eine Beteiligung von unabhängigen ExpertInnen an den Überprüfungen und die Offenlegung der Überprüfungskriterien, um hier eine Mauschelei zu verhindern“, so Reinhard Uhrig.

Die Chance für einen Stopp des AKW-Baus in Mochovce greift Minister Berlakovich bisher auch nicht auf: Im Jänner hat eine breite Koalition von UmweltschützerInnen bei den Vereinten Nationen die Klage gegen die Slowakei wegen mangelnder Öffentlichkeitsbeteiligung beim AKW-Bau von Mochovce gewonnen. „Jetzt muss der Umweltminister endlich aktiv werden und ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Slowakei wegen diesem Bruch der Aarhus-Konvention einleiten sowie eine neue, korrekt durchgeführte UVP fordern“, so Uhrig. „Stresstests sind nur leere Worte, setzen Sie Taten, Herr Minister!“

Bilder der Aktion finden Sie ab ca 11 Uhr unter: http://www.flickr.com/photos/global2000

 

Kontakt: Simonne Baur, Tel: 0043 699 14 2000 23, Jens Karg, Tel: 0043 699 14 2000 20, mailto: presse@global2000.at