Nestlé will Hormon-Chemikalie in den USA nicht mehr einsetzen, in Europa jedoch schon - UmweltschützerInnen fordern: Stoppt BPA 

(Wien, 15.12.2010). Der Lebensmittelkonzern Nestlé kündigte an, in den kommenden drei Jahren in den USA auf die Plastikchemikalie Bisphenol A (BPA) in sämtlichen Verpackungen zu verzichten. Eine Maßnahme, die sich lediglich auf die USA beschränkt. Nestlé Österreich sieht nach wie vor keinen Handlungsbedarf. Der Konzern argumentiert, dass kulturelle Unterschiede und lokale KonsumentInnen-Vorlieben ein unterschiedliches Vorgehen bezüglich der hormonell wirksamen Chemikalie rechtfertigen.

„Sicher gibt es kulturelle Unterschiede, aber dass diese uns Österreicherinnen und Österreicher vor den Gesundheitsrisken durch BPA schützen, ist nicht mehr als ein frommer Wunsch ans Christkind. Mit unserer Aktion wollen wir Nestlé klar machen, dass wir für alle Menschen Gesundheitsgefährdungen vermeiden müssen, unabhängig davon, ob man jetzt ans Christkind oder an den Weihnachtsmann glaubt“, erklärt Daniela Hoffmann, Chemie-Expertin der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Als amerikanischer Weihnachtsmann und europäisches Christkind, machen die UmweltschützerInnen vor der Nestlé-Zentrale klar, dass das Risiko von BPA für alle Menschen besteht, unabhängig von kulturellen Unterschieden. Doch das Christkind muss bei seinen Nestlé-Gaben auf die BPA-Produkte zurückgreifen, während der Weihnachtsmann BPA-freie Geschenke aus seinem Sack hervor holt.

Zahlreiche unabhängige Studien bestätigen, dass Bisphenol A ins menschliche Hormonsystem eingreifen und dadurch beträchtliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben kann. Die WissenschaftlerInnen gehen davon aus, dass die Aufnahme hauptsächlich über verunreinigte Nahrung erfolgt – also über Lebensmittel, die mit BPA-haltigen Verpackungsmaterialien in Berührung gekommen sind. 

„Wir haben mehrere Studien von renommierten WissenschaftlerInnen über BPA-bedingte Gesundheitsrisiken zusammengestellt. Diese übergeben wir der österreichischen Nestlé-Leitung. Die Faktenlage ist klar, Nestlé muss auf BPA in Verpackungsmaterialien weltweit verzichten“, so Hoffmann. 

 

Fotos von der GLOBAL 2000-Aktion finden Sie ab ca. 11 Uhr unter:

http://www.flickr.com/photos/global2000/

 

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