PRESSEINFORMATION

Forderung nach langfristigen Strategien gegen den Feuerbrand

Wien (18. März 2008) Das Antibiotikum Streptomyzin wird heuer erstmals vom Bundesamt für Ernährungssicherheit zur Bekämpfung von Feuerbrand in sieben Bundesländern zugelassen. Die Anwendung des Antibiotikums gefährdet Mensch und Umwelt und bietet außerdem keine langfristige Lösung gegen den Feuerbrand. In der EU ist das Mittel verboten, in Österreich ist die Zulassung nur über „Gefahr in Verzug“ möglich. „Die derzeitige Strategie, der Bedrohung Feuerbrand mit dem Antibiotika Streptomycin zu begegnen, entbehrt jeder Nachhaltigkeit. Mit Streptomycin werden lediglich die Symptome der Krankheit bekämpft“, kritisiert Lisa Kernegger, Pestizidexpertin von GLOBAL 2000.

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 fordert eine umweltverträgliche und langfristig nachhaltige Feuerbrandstrategie ohne Anwendung von Antibiotika, sowie einen finanziellen Ausgleich für geschädigte ErwerbsbäuerInnen durch die Behörden.

Bei der Anwendung von Antibiotika ist zu befürchten, dass es zur Bildung von Antibiotikaresistenzen bei menschlichen Krankheitserregern kommt. Über die Auswirkungen von Antibiotika auf die Umwelt gibt es zudem kaum Erfahrungen. Erwiesen ist, dass der Einsatz von Antibiotika während der Blüte zu Rückständen im Honig führen kann. „Es gibt alternative Mittel und Maßnahmen mit geringeren Nebenwirkungen auf die Umwelt. Deren optimale Anwendung sowie die Weiterentwicklung dieser Mittel und Maßnahmen sollte im Zentrum einer nachhaltigen Feuerbrandbekämpfungsstrategie stehen“, so Kernegger.

Die frühe Erkennung und das konsequente Ausschneiden der befallenen Pflanzenteile und die damit verhinderte Ausbreitung der Krankheit ist das wichtigste Instrument in der Bekämpfung von Feuerbrand. Tonerdeprodukte, Kupfer, resistenzinduzierende Substanzen oder antagonistische Mikroorganismen sind eine viel versprechende Alternative zu Streptomycin. Diese Alternativen müssen gefördert werden, um ihre Anwendung zu optimieren und auszubauen.


Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Pestizid-Expertin: Mag. Lisa Kernegger, 0699/14 2000 22

GLOBAL 2000 Presse: Mag. Ruth Schöffl 0699/14 2000 19, presse@global2000.at