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Wien, am 12. Jänner 2017 – Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßt, dass Bundeskanzler Christian Kern die Energiewende als zentrales Projekt für Österreich erkannt hat, sieht aber noch substantiellen Verbesserungs- und Konkretisierungsbedarf bei dem gestern vorgestellten Plan: „Es ist gut, dass Bundeskanzler Kern die Energiewende als große Chance für Umwelt, Wirtschaft und Beschäftigung in Österreich erkannt hat. Die Richtung stimmt, allerdings sind einige Pläne noch unausgegoren und bedürfen noch substantieller Verbesserungen“, erklärt Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

Positiv sieht GLOBAL 2000, dass die thermische Sanierung und der Umbau von Heizsystemen forciert und auch der Ökostromausbau stark vorangetrieben werden sollen. Allerdings sieht der Plan weniger Ausnahmen für private Kleinanlagen und Kleininitiativen vor. Gerade Bürgerbeteiligungsmodelle haben aber großes Potenzial. Eine Studie, die von GLOBAL 2000 erst kürzlich präsentiert wurde, zeigte, dass sieben von neun Personen in Österreich zu EnergieproduzentInnen werden können und das Potenzial von dezentralen Anlagen bei 33 TWh liegt – fast der Hälfte des derzeitigen Inlandsstromverbrauchs. „Wir müssen die Menschen in Österreich bei der Energiewende mitnehmen, das geht am besten, indem sie mitmachen und selbst zu EnergieproduzentInnen werden. Das Potenzial ist riesig, wir hoffen, dass Bundeskanzler Kern, das noch rechtzeitig erkennt“, so Wahlmüller weiter.

Negativ sieht GLOBAL 2000, dass zentrale Instrumente wie eine ökosoziale Steuerreform im Plan nicht erwähnt werden. Der Abbau von umweltschädlichen Subventionen und Kostenwahrheit sind aber wichtige Grundvoraussetzungen für ein Gelingen der Energiewende. „Energieverschwendung und das Verbrennen von fossiler Energie darf nicht länger belohnt werden. Wir müssen endlich umdenken und CO2 einen Preis geben. Dann können erneuerbare Energien und Energieeffizienz an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen und einen Modernisierungsschub für Österreich auslösen“, so Wahlmüller abschließend.