Wien, am 18. Dezember 2013 – Pünktlich zu Weihnachten werben viele Fluggesellschaften wieder mit Last-Minute-Billigangeboten. GLOBAL 2000 will das Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels stärken, denn die CO2-Emissionen, die beim Flug entstehen, können in besonders beliebten Urlaubsländern der ÖsterreicherInnen verheerende Folgen haben. „Wenn es bei uns kalt wird, wünschen sich viele in den warmen Süden. Doch man sollte sich auch bewusst machen, dass die beim Flug entstehenden CO2-Emissionen gerade dort massive Umweltfolgen haben. Große Teile des Mittelmeerraumes befinden sich bereits im Prozess der Wüstenbildung, Waldbrände nehmen zu und bis Mitte des Jahrhunderts drohen Temperaturen wie in der Sahara“, betont Johannes Wahlmüller, Klimasprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

So wird bis Mitte des Jahrhunderts im Mittelmeerraum ein Temperaturanstieg der Höchsttemperaturen um fünf bis acht Grad Celsius prognostiziert, Höchsttemperaturen bis 43 Grad werden dann in beliebten Urlaubsdestinationen von Spanien, Italien bis Kroatien keine Seltenheit mehr sein. Das ist mehr als der Tagesdurchschnitt von 38 Grad, der derzeit in der Sahara erreicht wird. Die Folgen sind stärkere Waldbrände, Wüstenbildung und Wasserknappheit. Etwa ein Drittel Spaniens ist bereits von Wüstenbildung betroffen, große Probleme werden dort auch bei der Wasserversorgung erwartet, wenn die verfügbare Wassermenge von 3.000 m³ pro Person und Jahr auf 450 m³ zurückgehen wird. Problematisch ist auch der Meeresspiegelanstieg, der an den Küsten zu zunehmender Erosion führt. So wird geschätzt, dass sich etwa 30 Prozent der mediterranen Küstenlinien in einem Erosionsprozess befinden. „In Regionen, die sich in Wüstenbildung befinden, ist zudem die bestehende Artenvielfalt massiv bedroht. Der Klimawandel wird eine der weltweit beliebtesten Urlaubsdestinationen gravierend verändern, wenn nicht gegengesteuert wird. Auch wenn das Billigflugticket lockt – man sollte sich auch bewusst machen, welche Folgen damit verbunden sind, möglichst keine impulsiven Entscheidungen treffen und alternative Reiseformen erwägen: So können beispielsweise benachbarte Urlaubsländer durchaus mit der Bahn erreicht werden“, sagt Wahlmüller.

Damit in Zukunft eine lebenswerte Umwelt erhalten bleiben kann, ist es zudem wichtig, dass alle Staaten ihren Beitrag zu Klimaschutz leisten und im Inland Klimaschutzmaßnahmen ergreifen. Auch Österreich muss dabei seinen fairen Beitrag leisten und ein Maßnahmenpaket zur Erreichung der 2020-Ziele schnüren. „Im Regierungsprogramm ist festgehalten, dass zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden sollen, damit die Ziellücke bis 2020 geschlossen werden kann. Umweltminister Andrä Rupprechter ist gefordert, sich dieser Aufgabe raschestmöglich zu widmen“, so Johannes Wahlmüller abschließend.

Über eine Online-Petition können sieben prioritäre Klima-Maßnahmen unterstützt werden.