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Klima- und Umweltschutz bleiben auf der Strecke!

Wien (13. Dezember 2007). Heute startet die Neuauflage der mündlichen Verhandlung des UVP-Verfahrens zur Schnellstraße S1 zwischen Eibesbrunn und Korneuburg. „Die zuständigen Behörden haben das ursprüngliche Umweltverträglichkeitsverfahren verpfuscht und müssen dieses per Gerichtsbeschluss nun wiederholen. Trotzdem wird jetzt munter drauflosgebaut“, kritisiert der Verkehrssprecher von GLOBAL 2000, Heinz Högelsberger. Die Bauarbeiten an dieser Schnellstraße dürfen ohne gültiges Umweltverträglichkeitsverfahren nur noch bis Jahresende fortgeführt werden. „Daher setzen das Land Niederösterreich und das Verkehrsministerium alles daran, das Verfahren noch heuer durchzupeitschen. Auf Einwände wurde nur unzureichend eingegangen und die Projektunterlagen sind unzureichend. Der Umweltskandal geht also weiter“, urteilt Högelsberger.

Die Projektbetreiber gehen von 10.000 Tonnen CO2 aus, die dieses kurze Schnellstraßenstück jährlich an zusätzlichen Treibhausgas-Emissionen verursachen wird. Der tatsächliche Anstieg an Treibhausgas-Emmissionen wird aber noch um ein Vielfaches von den in den Unterlagen angegebenen 10.000 Tonnen höher liegen. Das ergibt sich schon daraus, wenn man die prognostizierten zusätzlichen Kraftfahrzeug-Kilometer zusammenrechnet. Prognosen für das Jahr 2020 stammen aus dem Jahr 1996 - die Progose ist also fast so alt wie der noch verbliebene Prognosezeitraum. Die Ozonbildung wird durch die Schnellstraße – laut Projektunterlagen - um sechs Prozent steigen. Auch die Speckgürtel-Entwicklung rund um Wien wird dadurch weiter forciert. Zurückgehen wird hingegen der Anteil des öffentlichen Verkehrs im Untersuchungsgebiet auf lächerliche 17 Prozent, was selbst laut des zuständigen Fachgutachters eine „relativ autofreundliche“ Verkehrspolitik charakterisiert.

„Der Bau von Schnellstraßen und Autobahnen ist genau das Gegenteil einer konsequenten Klima- und Umweltpolitik. Zwischen den Anschlussstellen Korneuburg und Eibesbrunn wird rücksichtslose Umweltzerstörung betrieben, die momentan noch dazu einer gesetzlichen Grundlage entbehren“, so Högelsberger abschließend.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Verkehrssprecher: Dr. Heinz Högelsberger, 0699/14 2000 18
GLOBAL 2000 Presse: Mag. Ruth Schöffl, 0699/14 2000 19, ruth.schoeffl@global2000.at