Vorsätzliche Pestizideinleitung in die Donau verstößt gegen internationalen Gewässerschutz

Wien (27. November 2012) – Die gestrige Bekanntmachung der Bezirkshauptmannschaft Korneuburg, dass das mit Pestiziden kontaminierte Grundwasser nun ungefiltert in die Donau eingeleitet wird, stößt bei der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 auf Entrüstung. Umweltchemiker Helmut Burtscher: „Eine Kette von Versäumnissen und Fehlern der verantwortlichen Bezirksbehörde hat dazu geführt, dass das Grundwasser im Raum Korneuburg massiv mit gefährlichen Pestiziden verseucht wurde. Anstatt nun mit Filteranlagen das kontaminierte Grundwasser zu reinigen, wird dieses auf Anordnung der Behörden in die Donau geleitet. Ein Skandal!“ Dieses Vorgehen verstößt gegen das in der europäischen Wasserrahmenrichtlinie verankerte Verschlechterungsverbot. Die Bezirkshauptmannschaft Korneuburg verfügt eigenen Angaben zufolge mittlerweile über Filteranlagen, die das kontaminierte Grundwasser bis zur Trinkwasserqualität aufbereiten können. GLOBAL 2000 fordert von der Bezirkshauptmannschaft eine dringende Aufklärung, warum sie das Wasser vor der Einleitung nicht filtert. „Die Tatsache, dass die Einleitung von ungefiltertem Wasser in die Donau billiger ist, kann nicht das ausschlaggebende Argument sein“, so Burtscher abschließend.