AGES übernimmt "Empfehlung" von Bayer und Syngenta in Bild und Wortlaut - Affront gegen Imker und Umweltschützer

(Wien, 15. Dezember 2010). Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 protestiert dagegen, dass der Einsatz von bienenschädlichen Beizmitteln im Maisanbau weiterhin vom Lebensministerium als gängige Praxis erlaubt ist. "Entlarvend für die Haltung des Umweltministers ist die in Bild und Wort von der Chemischen Industrie fast identisch übernommene Informationsseite zum Einsatz der Beizmittel", empört sich Werner Müller von GLOBAL 2000. Auf diese Information auf der Website der Agentur für Lebensmittelsicherheit (AGES) wird in einem Schreiben des Lebensministeriums an die Landesregierungen zur 'Bekämpfung des Maiswurzelbohrers; Handlungsbedarf im Hinblick auf den Einsatz insektizider Beizmittel in der Anbausaison 2011' verwiesen. "Selbst sinnlose Empfehlungen der Beizmittelhersteller Bayer und Syngenta wie 'Imker sollen für ausreichende Wasserversorgung sorgen' werden auch von der AGES empfohlen. Der Einsatz der nachweislich bienenschädigenden Insektizide wird aber keineswegs vom Lebensministerium eingeschränkt oder endlich wie in anderen Ländern verboten. Das wäre der einzige Weg zum Schutz der Bienen", so Müller.

Minister Berlakovich gesteht zwar ein, dass zukünftig Mais-Monokulturen vermieden werden sollen, doch 2011 soll es für jene Landwirte, die seit Jahren auf Mais-Monokultur setzen keine Änderung geben, sie dürfen auch 2011 weiterhin Beizmittel einsetzen. Nur jene Landwirte die 2010 auf Fruchtfolge (abwechselnder Anbau unterschiedlicher Pflanzen) gesetzt haben, dürfen kein Maisbeizmittel einsetzen - aber dort ist es auch nicht notwendig! Denn wie der Minister zu gibt, ist die Fruchtfolge "das am besten geeignete Mittel zur Bekämpfung des Schädlings". "Die beste und einfachste Lösung wäre also den Einsatz des Maisbeizmittels wie in Deutschland oder Italien zu verbieten. Dann würden jene Landwirte die Jahr für Jahr ausschließlich Mais anbauen gezwungen werden, statt Gift einzusetzen auf die ökologisch verträglichste und gleichzeitig wirkungsvollste Maßnahme, die Fruchtfolge, umzusteigen", so Müller. "Im kommenden Jahr wieder Millionen Bienen sterben zu lassen, ist ein zu hoher Preis für ein freundschaftliches Naheverhältnis zur Chemischen Industrie. Diese Politik ist ein Affront gegen die Imker und den Umweltschutz. Der Umweltminister muss sich hier endlich auf die richtige Seite stellen", fordert Müller.

 

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