Experten-Hearing vor dem Agrarausschuss soll politische Konsequenzen des MELISSA-Reports aufzeigen

Wien (16. April 2012). Der Zusammenhang zwischen dem Einsatz von neonicotinoiden Saatgutbeizmitteln in der Mais-Monokultur und dem Bienensterben ist in der Wissenschaft schon in zahlreichen Studien belegt. Die jüngst veröffentlichten Ergebnisse des MELISSA-Projekts der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) kommen auch zu diesem Ergebnis. Morgen soll ein ExpertInnen-Hearing den VertreterInnen aller Parteien helfen, die politisch richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. „Minister Berlakovich hat es bislang verabsäumt, gegen das Bienensterben wirksame Maßnahmen zu setzen. Das zeigt die AGES-Studie eindeutig: Allein der Verzicht auf die bienengefährlichen Maisbeizmittel kann das Bienensterben stoppen," sagt GLOBAL 2000-Umweltchemiker DI Dr. Helmut Burtscher.

Nach einer Präsentation der Studie durch die AGES werden Helmut Burtscher und zwei weitere Experten den ParlamentarierInnen darlegen, welche Schlüsse aus dem objektiven Zahlen- und Datenmaterial des dreijährigen Forschungsprojekts MELISSA gezogen werden können. GLOBAL 2000 hatte bereits 2008 gemeinsam mit dem damaligen Obmann des österreichischen Imkerbunds, Josef Ulz, und dem Obmann des Erwerbsimkerbunds, Josef Stich, vom Landwirtschaftsminister ein sofortiges Verbot der bienengefährlichen Mais-Saatgutbeizen nach deutschem Vorbild gefordert. Statt einem Verbot setzte der Minister auf eine genaue Untersuchung der Ursachen des Bienensterbens. „Die Ergebnisse der Studie liegen jetzt auf dem Tisch und bestätigen unsere Forderung nach einem Verbot dieser Saatgutbeizen. Zwischenzeitlich haben auch alle Oppositionsparteien einen Antrag auf Verbot in den Nationalrat eingebracht. Daher bin ich zuversichtlich, dass sich jetzt auch die Regierungsparteien für den Bienenschutz stark machen und in Österreich den Einsatz von bienengefährlichen Mitteln unterbinden werden, wie dies in Deutschland, Italien und Slowenien bereits seit Jahren der Fall ist“, so Burtscher abschließend.

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