EU muss Kyoto-Fortsetzung erreichen – beim Waldschutz muss Österreich von der Bremse

(Wien, 28. November 2010). Morgen startet der Weltklimagipfel im mexikanischen Cancun. Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 wird als Teil der offiziellen österreichischen Delegation an dieser Konferenz teilnehmen. Trotz geringer Erwartungen der PolitikerInnen sehen die UmweltschützerInnen noch Chancen für Fortschritte im Klimaschutz. „Wenn die Weltgemeinschaft sicherstellen will, dass die globale Erwärmung auf unter zwei Grad begrenzt wird, dann müssen in Cancun substantielle Fortschritte erzielt werden. Sollten wir die Erwärmung nicht auf unter zwei Grad eindämmen können, wäre ein Leben auf unserem Planeten, wie wir es bisher kennen, nicht mehr möglich. In Mexiko müssten sich die Vertragsstaaten einschließlich der Europäischen Union auf eine Weiterführung des Kyoto-Protokolls für die Zeit nach 2013 einigen“, skizziert Johannes Wahlmüller, Klimaexperte von GLOBAL 2000 die Herausforderung für Cancun.

Die UmweltschützerInnen von GLOBAL 2000 fordern die österreichische Bundesregierung auf, endlich eine Vorreiterrolle im Klimaschutz einzunehmen. In der Europäischen Union soll darauf gedrängt werden, als ersten Schritt in Cancun die Reduzierung ihrer CO2-Emissionen bis 2020 um mindestens 30 Prozent zuzusagen. „Um die dramatischsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden, müssen die Industrieländer bis 2020 mindestens 40 Prozent ihrer Treibhausgasemissionen reduzieren. Das bisherige Angebot der EU, einer Reduktion um 20 Prozent, reicht nicht aus. Außerdem wurde dieses schon beinahe 2010 erreicht, wir können und müssen deutlich mehr reduzieren“, so Wahlmüller.

EU muss Allianz für ein Klima-Abkommen schmieden

Für die UmweltschützerInnen ist ganz klar: Auf die USA oder andere Bremserstaaten zu warten, ist keine Option. Der Obama-Administration fehle es derzeit an innenpolitischer Unterstützung, die USA in ein verbindliches internationales Klimaschutzabkommen einzubinden. Die erste Periode des Kyoto-Protokolls endet 2012. „Es wäre fatal, wenn die Weltgemeinschaft dann keine Vorgaben zur Minderung ihrer CO2-Emissionen mehr hat. Österreich muss innerhalb der EU darauf drängen, dass eine zweite Periode des Kyoto-Protokolls fixiert werden kann. Mit allen Mitteln muss dieses Ziel verfolgt werden. Eine Allianz zur Fixierung des Abkommens muss geschmiedet werden. Dazu muss man aber die unrealistische Forderung verwerfen, dass sich China bereits in der nächsten Kyoto-Periode auf verbindliche Treibhausgasreduktionen einlässt“, so Wahlmüller.

Österreich muss die Bremser-Rolle aufgeben

Von Österreich verlangen die UmweltschützerInnen gerade beim Schutz der globalen Wälder seine Bremser-Rolle aufzugeben. „Österreich muss sich dafür einsetzen, dass in Kopenhagen ein Programm zum Schutz der globalen Wälder samt entsprechender Finanzierung beschlossen wird. In diesem Abkommen sollen Regeln zum Erhalt der globalen Wälder geschaffen und soziale Standards und Leitlinien gesichert werden. Diese müssen die Rechte indigener Völker wahren und deren Mitbestimmung auch bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zum Walderhalt explizit sicherstellen“, fordert Wahlmüller.

„Die Weltgemeinschaft erwartet, dass in Cancun ein faires Klimaabkommen auf den Weg gebracht wird, das die Erderwärmung wirksam begrenzt. Die bisherige Weigerung der Industriestaaten, dabei voranzugehen, schadet vor allem den Menschen in den ärmsten Ländern der Welt. Diese spüren Folgen des Klimawandels wie Überschwemmungen, Stürme und Dürren am stärksten. Wenn sich die Industriestaaten in Cancun zu einer ernsthaften Klimaschutzpolitik durchringen, werden auch die Schwellen- und Entwicklungsländer bereit sein, größere Beiträge zur Bewältigung der Klimakrise zu leisten.“, so Wahlmüller resümierend.

 

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