CAPTOR Messgerät

Wien, am 25. April 2018 – CAPTOR (Collective Awareness Plattform for Tropospheric Ozone Pollution) ist ein Projekt, in dem BürgerInnen und WissenschaftlerInnen gemeinsam gegen die Ozonbelastung Europas kämpfen. Letzten Freitag fand in Wien der erste CAPTOR Bau-Workshop statt, veranstaltet von GLOBAL 2000 und dem ZSI (Zentrum für Soziale Innovation). Mit TeilnehmerInnen aus Österreich, Italien und Frankreich wurden unter der Anleitung von Mark Llort von der Politechnischen Universität Barcelona fünf Ozonmessgeräte gebaut und programmiert.

Durch die Einbindung der BürgerInnen beim Messen soll ein Bewusstsein für die immer noch bestehende Ozonproblematik geschaffen werden. Bisher haben bereits zahlreiche BürgerInnen am CAPTOR-Programm als sogenannte Hosts teilgenommen, also Örtlichkeiten für die Aufstellung von Messgeräten zur Verfügung gestellt. Und nun folgte ein weiterer Schritt: Das Expertenwissen rund um den Bau des kostengünstigen CAPTORS sollte nun weiter gegeben werden und das ist beim ersten CAPTOR Bau-Workshop gelungen: NGO Volunteers von GLOBAL 2000 und Legambiente, Umweltschützer, Studenten ,Techniker, Start-up-Gründer und Informatiker kamen zusammen und bastelten einen Tag lang im Happylab im 2. Bezirk in Wien.

„Das gemeinsame Lernen stand letzten Freitag im Vordergrund. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hatte sich mit Know How eingebracht, Problemstellungen bei Software und Hardware wurden gemeinsam gelöst. So wurde zum Beispiel entdeckt, dass Gartenschläuche, entsprechend zerstückelt, als Schutzhülle für Mess-Sensoren verwendet werden können. Die "CAPTOR-Maker-Community" konnte so die Geräte direkt im Workshop auch gleich weiterentwickeln", kommentiert Projektkoordinatorin Sibylle Egger von GLOBAL 2000, "zum perfekten CAPTOR fehlte dann nur noch die Vergleichsmessung an einer offiziellen Mess-Station."

Im Rahmen des CATPTOR-Projekts wird die Belastung der Luft mit bodennahem, gesundheitsschädigenden Ozon in den Sommermonaten gemessen. Auch dieses Jahr werden wieder 15 Messgeräte in der Steiermark und in Niederösterreich verteilt. Die Messdaten lassen sich dann über die App "CAPTOR Air" ablesen und zum Vergleich können die Daten der offiziellen Messstellen über die App "Airact" verglichen werden. Beide Apps sind derzeit nur für Android-Betriebssysteme verfügbar.

Luftverschmutzung zu messen ist ein komplexer Prozess und das CAPTOR-Projekt liefert hier wertvolle Impulse. Workshop-TeilnehmerInnen und Start Up-Gründer Michael Maier aus Graz arbeiten an einer Weiterentwicklung der CAPTOR-Idee: "Luftqualität ist ein bei weitem unterschätzter Faktor fürs Wohlbefinden - draußen und drinnen - und gerade im Büro hilft uns gute Luft produktiv zu bleiben und beugt Ermüdungserscheinungen vor."

Bei Captor mitmachen kann jeder: Entweder als Maker & Bastler, als Host (Messgerätbetreuer) eines CAPTOR Messgerätes in NÖ und der Steiermark oder als „Observer“, also Datenbeobachter. Auch Schulworkshops werden angeboten und in zwei steirischen Schulen wird diesen Sommer eifrig gemessen und mitgearbeitet. Das CAPTOR-Projekt wird auch auf der Anfang Mai in Wien stattfindenden "Maker Faire Vienna" vertreten sein.

Ein kurzes Video mit Eindrücken vom ersten CAPTOR-Bau-Workshop finden Sie hier

Bilder des ersten CAPTOR-Bau-Workshop finden Sie hier

Mehr Informationen zu CAPTOR:
https://www.global2000.at/captor
https://www.captor-project.eu/de/