Finanzsituation von US-Landwirtschaft wird durch Gentech prekär

Wien (9. Februar 2010). Eine aktuelle Studie aus den USA deckt auf, dass die Einführung der Gentechnik in die US-Landwirtschaft zu dramatischen Preisanstiegen von bis zu 230 Prozent beim Saatgut geführt hat. „Mit großen Versprechen ist die Biotech-Lobby mit ihren Produkten in den Markt gedrängt. Gentech-Pflanzen sollten höhere Erträge garantieren und geringeren Pestizideinsatz erfordern. Inzwischen erinnert diese Branche jedoch stark an das Märchen `Des Kaisers neue Kleider'. Die Versprechungen verpuffen wie heiße Luft und bei genauer Betrachtung bleibt nichts übrig. Jetzt wo Monsanto nahezu eine Monopolstellung als Saatguthändler besitzt, werden die Preise hochgesetzt und schamlos von den Landwirtschaft abkassiert“, empört sich Jens Karg, Sprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Der dramatische Preisanstieg wird in einer Studie des 'US Organic Centers' aufgezeigt. Dieser dokumentiert die Entwicklung der Saatgutpreise der letzten 35 Jahre anhand offizieller Daten aus dem US-Landwirtschaftministerium. In den 25 Jahren von 1975 bis 2000 stiegen die Saatgutpreise für Sojabohnen um insgesamt 63 Prozent. Zwischen 2001-2010 stiegen die Preise um 230 Prozent. Gentech-Maissaatgut kostet 70 Prozent mehr als konventionelles Maissatgut. Monsanto ist in den USA klarer Marktfüher. Rund 90 Prozent des in den USA verkauften Gentech-Saatguts stammt aus den Labors Monsanto.

Die Erträge sind durch Gentech-Sorten nicht gestiegen, wie der Bericht klar herausstreicht. Der Ertrag pro eingesetztem Saatgutkorn ist seit Jahren konstant. Der Pestizideinsatz hingegen hat dramatisch zugenommen. Die Ursache hierfür liegt in einem Anstieg von Resistenzen gegen das Monsanto-Herbizid Roundup Ready. „Es sind Agrokonzerne wie Monsanto, die ihre gefährlichen Pflanzen mit unhaltbaren Versprechungen in einer Kombipackung mit Herbiziden verkaufen und doppelt verdienen. Durch den gesteigerten Pestizideinsatz werden auf Kosten der Natur Gewinne eingefahren und der Preisanstieg des Saatguts ist für die LandwirtInnen kaum noch zu verkraften. Mit jedem neuen resistenten Unkraut steigen die Kosten und sinken die Erträge“, so Karg.

Der Teufelskreis der in den USA durch den großflächigen Anbau von Gentechpflanzen in Gang gesetzt wurde, sollte Europa eine Warnung sein, so die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. Europa sollte seine Vorreiterrolle in der Bio-Landwirtschaft ausbauen. „Die Bio-Landwirtschaft benötigt keine Produkte, die Gentech- und Chemie-Monopolisten anzubieten haben. Das ist gut für die Umwelt, die KonsumentInnen und gut für die Landwirtschaft in Österreich und Europa“, so Karg abschließend.

Die Benbrook-Studie, "The Magnitude and Impacts of the Biotech and Organic Seed Price Premiums" finden Sie unter:

http://www.organic-center.org/science.environment.php?action=view&report...

 

Weitere Informationen: GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699/14 2000 23, E-Mail: presse@global2000.at