Gentech-Anbau in Europa rückläufig – Industrie-Bericht ist reines Täuschungsmanöver!

Wien (24. Februar 2010). Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 bewertet die Angaben des neuen Reports des International Service for the Acquisition of Agri-biotech Applications (ISAAA) als gefälschtes Bild im Auftrag der Biotech-Lobby. „Der Anbau des Gentech-Mais Mon 810, der einzigen in der EU zugelassenen Gentech-Pflanze, ist um 15 Prozent zurückgegangen. Der angebliche Siegeszug der Gentechnik ist somit schlicht eine Falschmeldung der Gentechnikindustrie, die mit dem jährlichen Report des ISAAA verbreitet wird“, stellt Jens Karg, Sprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 klar. Um ein rosiges Bild von der Gentechnik in der Landwirtschaft zu zeichnen, verwendet das von der Gentech-Industrie finanzierte Institut zweifelhafte Methoden. Beispielsweise werden nach Analysen von GLOBAL 2000 Gentech-Pflanzen auf ein und demselben Acker doppelt gezählt, nur weil diese Pflanzen zwei gentechnische Veränderungen aufweisen.

Im Gegensatz zu den Behauptungen der Industrie-Lobby scheitert der Anbau von Gen-Pflanzen in immer mehr Ländern. „Die ISAAA bauscht die Anbaustatistik von Gentech Pflanzen in Entwicklungsländern auf und unterschlägt die Verbote in Indien und Südafrika. Hier kann man nur von tarnen und täuschen sprechen, nicht von seriöser Wissenschaft“, kommentiert Karg.

Gentechanbau in Europa rückläufig

Während aber 2008 die Anbaufläche für Gentech-Mais in der EU noch knapp 108.000 Hektar betrug, wurde 2009 nur noch auf circa 92.000 Hektar Gentech-Mais ausgebracht. Das sind 0,78 Prozent der gesamten europäischen Maisanbaufläche (14 Millionen Hektar). Mehr als 80 Prozent (76.000 Hektar) des gesamten Anbaus von Gentech-Pflanzen in der EU findet in Spanien statt. Dort ist der Anbau 2009 allerdings auch um 3.000 Hektar zurückgegangen. In sieben Ländern war der Anbau von Gentech-Mais Mon810 im Jahr 2009 verboten: Deutschland, Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Österreich, Polen und Ungarn. Durch das Anbauverbot in Deutschland wurden ebenfalls 3.000 Hektar weniger angebaut. Legaler Anbau existiert derzeit nur in den Ländern Portugal, Slowakei, Spanien, Rumänien und Tschechien. Illegal angebaut wurden schätzungsweise 3.000 Hektar in Polen. „Der ISAAA-Report rechnet diese illegalen Anbauflächen kommentarlos zu den Zahlen des Gentechnikanbaus in der EU dazu. Das ist ein Indiz für den laxen Umgang dieser Industrie mit Wissenschaft und Gesetzen“, kritisiert Karg. Gentechpflanzen würden primär von auf Monokulturen setzenden Betrieben eingesetzt, so die UmweltschützerInnen. Im Gegensatz zu den Behauptungen des ISAAA, erwirtschaften LandwirtInnen bis heute keine höheren Erträge mit Gentech-Pflanzen. Wissenschaftlich belegt ist hingegen, dass Gentech-AnwenderInnen immer stärkere Pestizide auf Gen-Äckern einsetzen müssen und deren Kosten damit steigen.

Kein Dammbruch in China

Eine Gentech Reis-Zulassung für eine chinesiches Provinz wird von ISAAA zu einer Grundsatzentscheidung für ganz China hoch stilisiert. Wahr ist jedoch, dass die Zulassung nur für jene Provinz gegeben wurden, deren Universität den Reis entwickelt hat. In der Vergangenheit hat es mehrere dieser Zulassungen gegeben, ohne dass es zu einer China weiten Anbauerlaubnis gekommen ist.

 

Rückfragehinweis: GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699/14 2000 23, E-Mail: presse@global2000.at