Wohnbaucheck

Wien, am 22. November 2018 - Heute wird die neue Wiener Bauordnung im Landtag beschlossen. In der Entwurfsfassung vom April war bereits das Aus für Ölheizungen und dezentrale Gasheizungen im Neubau vorgesehen. Nun wurde ein Vorschlag von GLOBAL 2000 aufgenommen, der vorsieht, den Heizkesseltausch von Öl auf Öl auch bei Bestandsgebäuden nicht länger zu tolerieren. „Wien setzt heute ein starkes Zeichen für den Klimaschutz“, freut sich Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000. „Mit der neuen Wiener Bauordnung wird ein Anlauf genommen, fossile Energie zurückzudrängen und erneuerbaren Energien zum Durchbruch zu verhelfen. Eine vergleichbare Regelung, die den Tausch von Öl auf Öl einschränkt, ist bisher noch in keinem anderen Bundesland etabliert“, sagt Wahlmüller und hofft auf viele Nachahmer der Regelung.

Auch in der Bundeshauptstadt gibt es 30.000 Ölheizungen, die großteils veraltet sind und durch klimafreundliche Heizsysteme ersetzt werden müssen. Der Einbau einer neuen Ölheizung ist dabei die klimaschädlichste Variante und soll nun bei größeren Sanierungen, die mindestens 25 Prozent der Gebäudehülle betreffen, nicht mehr erlaubt sein. GLOBAL 2000 spricht sich dafür aus, diese Regelung noch auszuweiten, damit sie nicht nur bei größeren Sanierungen greift. Nach dem erst vor wenigen Wochen vorgestellten Heizkostenvergleich der Energieagentur ist eine neue Ölheizung auch für KonsumentInnen in jedem Fall die teuerste Variante, egal ob sie im Neubau, einem unsanierten oder einem sanierten Gebäude verwendet wird. „Die neue Regelung hilft, die KonsumentInnen vor der Ölpreisfalle zu schützen. Noch immer gibt es die Initiative Heizen mit Öl, die der Bevölkerung einredet, eine neue Ölheizung sei gut für den Klimaschutz und das Geldbörsel. Gegen diese Irreführung muss die Politik auch in den anderen Bundesländern nun entschlossener auftreten“, fordert Wahlmüller.

Für GLOBAL 2000 ist der nächste logische Schritt nun die Vorbereitung einer  neuen Sanierungsoffensive für Wien. Die Rate für umfassende thermische Sanierungen beträgt in der Bundeshauptstadt derzeit nur 0,4 Prozent. Damit würde es mehr als 200 Jahre dauern bis der gesamte Gebäudebestand einmal umfassend thermisch-energetisch saniert wird. „Wir haben nicht 200 Jahre Zeit, unseren Gebäudebestand klimafit zu machen. Der nächste Schritt für Wien sollte deshalb eine gut vorbereitete Sanierungsoffensive sein. Das schützt das Klima, verbessert den Wohnkomfort für die Bevölkerung und hilft Energiekosten zu sparen“, betont Wahlmüller abschließend.