Kampagne der Umweltschutzorganisation zeigt Wirkung: Gesundheitsministerium sieht Handlungsbedarf – BPA-Verbot für Kinderprodukte in Planung

(Wien, 24. September 2010). Vor einem Jahr hat die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 die hormonell wirksame Chemikalie Bisphenol A (BPA) in Schnullern, Fläschchen und Kinderspielzeug nachgewiesen und eine Kampagne für ein Verbot von BPA gestartet. In Gesprächen mit dem Ministerium wurde nun ein BPA-Verbot für diese Produkte angekündigt. „Wenn der Minister seine Ankündigung wahr macht, dann ist das ein Riesenschritt zum Schutz der Gesundheit von Babys und Kleinkindern“, freut sich Daniela Hoffmann, Chemie-Expertin von GLOBAL2000, über den Kampagnen-Erfolg.

Von GLOBAL 2000 bei einem akkreditierten Labor in Auftrag gegebene Versuche zeigten, dass der bloße Kontakt der Schnuller mit dem Speichel schon nach einer Stunde zur Freisetzung relevanter Mengen von BPA führen kann. Babys, die an BPA-Schnullern saugen, nehmen diese Chemikalie über die Mundschleimhaut auf. „Gerade Säuglinge und Kleinkinder reagieren besonders empfindlich auf hormonell wirksame Umweltgifte. Das liegt zum einen daran, dass in diesem Alter besonders störungsanfällige Entwicklungsprozesse ablaufen und zum anderen die Fähigkeit, Schadstoffe abzubauen, noch nicht ausgereift ist“, so Hoffmann.

Bisphenol A kann in der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung nachgewiesen werden. Zahlreiche Studien belegen, dass gerade Babys und Kleinkinder mit den höchsten Konzentrationen der Hormonchemikalie belastet sind und dass besonders Föten im Mutterleib einer erhöhten Gesundheitsgefahr durch Bisphenol A ausgesetzt sind. Die Störung hormongesteuerter Prozesse in diesem sensiblen Stadium der Entwicklung können beträchtliche gesundheitliche Folgen verursachen, wie z.B. eine erhöhte Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken, Unfruchtbarkeit, Missbildungen an den Geschlechtsteilen und kognitive Defizite aufgrund von Fehlbildungen während der Hirnentwicklung.

GLOBAL 2000 fordert einen nationalen Aktionsplan gegen BPA. „Das angekündigte Verbot ist sicher ein wichtiger, aber auch nur ein erster Schritt. Werdende Mütter stellen eine besondere Risikogruppe dar, wir benötigen Maßnahmen, um gerade Risikogruppen vor Bisphenol A zu schützen. Wenn wir BPA im Blut nicht akzeptieren wollen, brauchen wir ein Verbot in allen Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Nur so kann die Belastung erheblich verbessert werden“, so Hoffmann.

Kontakt: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699/14 2000 23, E-Mail: presse@global2000.at

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