Plastikmüll

GLOBAL 2000 begrüßt, dass die EU Kommission das massive Problem der Umweltverschmutzung durch Plastik erkannt hat und nun einen Vorschlag zur Reduktion von Einwegplastik vorlegt.

500.000 Tonnen Plastikmüll aus der EU landet im Meer – jedes Jahr.

Einwegplastik stellt ein massives Umweltproblem dar und trägt maßgeblich zur Umweltverschmutzung bei: 80 - 85% aller Abfälle an Europas Stränden sind aus Plastik und 50% davon ist Einwegplastik. In der EU landen jährlich 150.000 bis 500.000 Tonnen Plastik im Meer, alleine 40 Tonnen Plastikmüll gelangen über die Donau ins Schwarze Meer – jedes Jahr.

Die Umweltverschmutzung durch Einwegplastik ist allerdings kein ausschließliches Problem der Meere und Strände. Auch bei uns in Österreich findet man Plastikflaschen, Plastikverpackungen und anderes Einwegplastik mitten in der Natur.

Guter Schritt, aber konkrete Reduktionsziele fehlen

„Die Präsentation der neuen EU-Plastikstrategie ist ein guter Schritt in die richtige Richtung, allerdings fehlen konkrete Reduktionsziele völlig, es ist nur von „signifikanter Reduktion“ bei Lebensmittelbehältern und Einwegbechern aus Plastik die Rede.“ erläutert Lisa Kernegger, Ökologin von GLOBAL 2000, „Klar ist, dass noch viele weitere Schritte im Kampf gegen Plastikverschmutzung folgen müssen. Die heute präsentierte Strategie ist aber ein Schritt mit großer Symbolkraft, kann aber nur einen Anfang darstellen. Speziell Einweg-Verpackungen von Take-Away-Mahlzeiten und -Getränken landen nach ihrer Verwendung besonders häufig in der Natur. Einmal dort angekommen sind sie durch ihre Langlebigkeit Teil ein riesigen Umweltproblems.“

Die heute veröffentlichte Strategie sieht unter anderem eine Sammelquote von 90 Prozent für Plastikflaschen vor, weiters soll der Gebrauch von Essensboxen und Einwegbechern aus Plastik innerhalb der nächsten 6 Jahre reduziert werden. Teller und Besteck aus Plastik sollen überhaupt der Vergangenheit angehören und durch andere Materialien ersetzt werden.

Bis zu 55 Millionen Essensboxen und 1,3 Milliarden Strohhalme aus Plastik müssen jedes Jahr in Österreich entsorgt werden

In Europa werden enorme Mengen an Einwegplastikprodukten verwendet: In der EU liegt der Verbrauch von Take-Away-Verpackungen aus Plastik bei rund 2,5 Milliarden, allein in Österreich sind es zwischen 46 und 55 Millionen. Darüberhinaus verbraucht die EU ungefähr 36,5 Milliarden Plastikstrohhalme jährlich, 1,3 Milliarden davon alleine in Österreich.

„Die Ausverhandlung der EU-Plastikstrategie fällt nun genau in die österreichische EU-Rats-Präsidentschaft. Österreich kann hier maßgeblich zu einer guten und effektiven Strategie gegen Einwegplastik-Müll in Europas Natur beitragen und genau das erwarten wir auch von der Regierung.“ so Kernegger abschließend.

Das sind die wichtigsten Maßnahmen der präsentierten Strategie

* Ein Verbot von Plastik-Einweg-Strohhalmen, Besteck,Tellern, Wattestäbchen, Umrührstäben für Take away Getränke und Ballonhaltestäben

* Eine „signifikante“ Reduktion des Verbrauchs von Plastik Take-Away-Verpackungen für Essen sowie Einwegbecher aus Plastik innerhalb von 6 Jahren durch nationale Maßnahmen wie etwa Mehrwegverpackungsziele

* Eine Sammelquote von 90 % für Plastikflaschen bis 2025.

* Detaillierte Kennzeichnung bzw Labeling von Feuchttüchern, Damenbinden und Ballons, die Bürger über die negativen Umweltauswirkungen bei unsachgemäßer Entsorgung informieren.

* Die Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung unter anderem für Zigarettenfilter, Getränkebehälter einschließlich Deckel und Verschlüsse, Lebensmittelbehälter und Feuchttüchern.

* Produktdesign-Änderungen wie etwa bei Plastikflaschen um zu verhindern dass der Schraubverschluss in der Natur landet.

GLOBAL 2000 Citizen Science-App „DreckSpotz“ hilft gegen Umweltverschmutzung

Verschiedene Aufräum- und Reinigungsaktionen sammeln immer wieder beachtliche Plastikmüllmengen in der Natur. GLOBAL 2000 hat nun die App „DreckSpotz“ entwickelt, um heraus zu finden, wieviel Plastik in Österreichs Natur tatsächlich liegt, wo es besondere Hotspots gibt und wie diese zustande kommen. Mit der App fotografiert und klassifiziert man den Müll den man in der Natur aufsammelt, gibt den Ort an des Fundes an. So trägt man zum Beantworten der oben genannten Fragen bei und hilft mit, Strategien gegen diese Umweltverschmutzung zu entwickeln.

Quellenangabe: Alle Zahlen zu den Einwegartikeln aus der Studie „Leverage Points for Reducing Single-use Plastics“ von Seas at Risk. Die ganze Studie finden Sie unter: http://www.seas-at-risk.org/images/pdf/publications/SeasAtRiskBackgroundreportSingleuseplasticsandmarineenvironment.compressed.pdf