BM Berlakovich darf EU-Klimaschutz-Initiativen nicht bremsen - Stillstand erzeugt Verdopplung der Energiekosten!

(Wien, 7. März 2011). Die EU-Kommission präsentiert diese Woche die „EU-Roadmap for moving to a low carbon Economy 2050“. Der Entwurf, wie die EU eine Wirtschaft mit geringen CO2-Emissionen bis 2050 erreichen will, liegt der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 schon heute vor. „Das EU-Strategie-Papier zeigt deutlich, dass die derzeitigen Klimaschutzziele viel zu schwach sind, wir müssen dringend bei den EU-Klimaschutzzielen nachbessern, sonst sind die Folgen dramatisch. Dramatisch ist allerdings auch, dass gerade Österreich auf EU-Ebene jede Initiative die EU-Klimaziele anzupassen, bisher blockiert hat. Umweltminister Berlakovich weigert sich offensichtlich, den Ernst der Lage zu erkennen“, so Johannes Wahlmüller, Klimaschutz-Sprecher von GLOBAL 2000. Der Umweltminister verweist stets darauf, dass man erst auf China und Indien warten müsse. „Dabei ist China mittlerweile weltweit führend was Investitionen in erneuerbare Energien angeht. Wir verlieren an Boden, wenn wir jetzt nicht aufholen. Die EU-Roadmap zeigt, dass jährlich 270 Milliarden Euro Klimaschutz-Investitionen in den Aufbau einer zukunftsfähigen Wirtschaft fließen würden. Von diesem Investitionsboom würden auch österreichische Betriebe profitieren und Tausende Arbeitsplätze geschaffen werden“, so Wahlmüller.

Warnung vor Verdoppelung der Energiekosten

Die EU-Roadmap führt aus, dass bis zu 320 Milliarden Euro an Kosten für Energieimporte gespart werden könnten, wenn sich die Politik darauf einigt, die EU-Klimaschutzziele anzupassen. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, so die Roadmap, dann könne sich die Energierechnung Europas verdoppeln. „Für Österreich, das ca. 70 Prozent der Energie importiert und jährlich etwa neun Milliarden Euro dafür ausgibt, wäre das eine große Belastung. Wir müssen uns jetzt entscheiden, ob wir weiterhin viel und noch mehr Geld für Ölimporte ausgeben, oder endlich in eine sichere, saubere und gesunde Zukunft investieren,“ bringt es Wahlmüller auf den Punkt.

Rückwärtsgewandte Energiepolitik in Österreich

„In Österreich herrscht aber immer noch eine rückwärtsgewandte Energiepolitik vor“, kritisiert Wahlmüller. Während europaweit darüber nachgedacht wird, wie man aus den fossilen Energiestrukturen aussteigt, werden sie hierzulande erst so richtig aufgebaut: „Ein gewaltiges Autobahnausbauprojekt, die E-Wirtschaft investiert in Mega-Gaskraftwerke im ganzen Land und das einzige langfristig verfolgte Energieprojekt der Regierung ist der Bau einer Gas-Pipeline in eine Krisenregion – das sind die falschen Projekte! Wir brauchen dringend eine weitsichtige Klima- und Energiepolitik auch für Österreich. Minister Berlakovich, nutzen Sie die Chance, den Klimawandel abzubremsen und bremsen Sie nicht die EU-Klimaschutzambitionen“, fordert Wahlmüller.

 

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