Abstimmung im EU-Parlament, Handel mit illegalem Holz soll verboten werden - entscheidender Schritt gegen globale Entwaldung

(Wien, den 7. Juli 2010).  Heute stimmt das Europäische Parlament über ein Gesetz gegen illegalen Holzeinschlag und den Handel mit Holz aus illegalen Quellen ab. Illegaler Holzeinschlag ist eine Hauptursache für die weltweite Waldzerstörung, vor allem in Tropenländern. „Mit diesem Gesetz hätten wir erstmals ein wirksames Instrument, Holz und Holzprodukte aus illegaler Quelle aus dem europäischen Markt zu drängen. Es beinhaltet ein Verbot des Handels mit illegalem Holz oder Holzprodukten. Weiters werden alle MarktteilnehmerInnen verpflichtet, die Rückverfolgbarkeit der verkauften Produkte zu gewährleisten - ein entscheidender Schritt gegen die globale Entwaldung“, kommentiert Birgit Zimmerle, Regenwald-Expertin der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Die Verhandlungen über dieses Gesetz ziehen sich mittlerweile über zwei Jahre. Ein erster Verordnungsentwurf lag bereits 2008 vor. Erst im vergangenen Monat haben sich nun die spanische EU-Präsidentschaft, das Europäische Parlament und die EU-Kommission auf einen Kompromiss geeinigt, über den das Parlament heute abstimmt.

20 Prozent Treibhausgas-Emission durch illegales Abholzen

Illegale Abholzung ist verantwortlich für ca. 20 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen. Die internationale Nachfrage nach billigem Holz hat die unkontrollierte Waldzerstörung massiv vorangetrieben. Und auch in Österreich landet illegales Holz auf dem Markt. „Weil wir die Wälder schützen müssen, hat GLOBAL 2000 für ein starkes Holzhandelsgesetz gekämpft. Nach anfänglicher Blockadehaltung in zentralen Fragen des Gesetzes hat nun auch die österreichische Regierung den Weg frei gemacht für einen wichtiger Schritt zur Rettung der Wälder“, so Zimmerle.

Lücken im Gesetz

Im vorliegenden Kompromiss sehen die UmweltschützerInnen aber auch Schwächen. Es soll auch künftig keine EU-weiten Standards für Strafmaßnahmen geben. Druckerzeugnisse, wie zum Beispiel Schulbücher, bleiben mindestens fünf Jahre von den Regelungen ausgeschlossen. „Bis zur Umsetzung des Gesetzes werden noch mindestens zwei Jahre vergehen. Dann wird zumindest das illegale Holz von Firmen, die von der gesetzwidrigen Waldzerstörung profitieren, vom europäischen Markt ausgeschlossen. Der Regenwald braucht unseren Schutz. Dieses Gesetz kann ein Beitrag dazu werden“, so Zimmerle abschließend. 

 

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