Minister Berlakovich muss das Reinheitsgebot retten!

Wien (10. Oktober 2009). Anlässlich des heutigen Agrarministerrates warnt die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 vor der Aufhebung der so genannten Nulltoleranz gegenüber in der EU nicht zugelassenen Gentech-Pflanzen. „Wie wir von Insidern wissen, macht Kommissarin Fischer Boel derzeit erheblichen Druck auf die Mitgliedsstaaten, um die Nulltoleranz zu Fall zu bringen. Wenn die EU vor der Gentechnik-Lobby einknickt und an der Nulltoleranz rüttelt, ist dies das Ende der Gentechnikfreiheit bei Lebens- und Futtermitteln. Die Folge wird die Überschwemmung des europäischen Marktes mit kontaminierten Importen sein – ohne jede Kennzeichnung, ohne jede Chance für Konsumentinnen und Konsumenten, sich der Gentechnik zu entziehen. Minister Berlakovich muss das Reinheitsgebot retten“, fordert Jens Karg, Gentechniksprecher von GLOBAL 2000.

Weil in der Vergangenheit in europäischen Häfen Schiffsladungen mit Futtermitteln zurückgewiesen wurden, die mit illegalen Gentech-Pflanzen kontaminiert waren, steht die Nulltoleranz unter erheblichem Druck durch die USA. Die EU-Kommission droht diesem Druck nachzugeben und diskutiert derzeit einen Schwellenwert. „Schwellenwerte für Gentech-Pflanzen, die unzureichend oder auch gar nicht auf ihre Risiken geprüft wurden, wären der Abschied vom Vorsorgeprinzip. Dies wäre ein Anschlag auf unsere Gesundheit und ein Affront gegenüber der heimischen Landwirtschaft, die keine Gentechnik will und sie so aber, ohne jegliche Kennzeichnung, einfach hinnehmen müsste. Wir dürfen hier nicht klein beigeben. Wer auf unsere Märkte exportieren will, muss unsere Gesetze einhalten“, so Karg.

Weitere Informationen: GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, E-Mail: presse@global2000.at