Am Donnerstag, den 18. Juni, fand der GLOBAL 2000 FAIRNESS RUN presented by PRO PLANET zum 2. Mal statt und übersiedelte dazu auf die Wiener Mariahilfer Straße. Über 1.000 LäuferInnen und fast 2.000 BesucherInnen nahmen an der Veranstaltung unter dem Motto „Faire Produktionsbedingungen in der Sportartikelindustrie. Jetzt!“ teil - und machten diese zu einem großen Erfolg.

Mit dabei waren Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger (Bezirk Neubau), Tanja Dietrich-Hübner (REWE Group / PRO PLANET), Christian Mayer und Elfriede Schillinger (ARA Altstoff Recycling Austria AG), Petra Lehrbaum (ÖBB), Michaela Königshofer (Clean Clothes Kampagne Österreich), Annemarie Kollmann (FAIRTRADE Österreich) sowie Leonore Gewessler (GLOBAL 2000) und Herbert Greisberger (eNU Niederösterreichische Energie- und Umweltagentur).

„Als Ultra-Langstreckenläufer ist es mir ein Anliegen, Sportlerinnen und Sportler auf die teils verheerenden Bedingungen in der Sportbekleidungsindustrie aufmerksam zu machen und sie mit Maßnahmen wie unserem FAIRNESS CHECK darüber zu informieren, dass es faire Alternativen für Sportbekleidung gibt und wo diese erhältlich sind“, meint dazu Jürgen Smrz, Veranstalter des GLOBAL 2000 FAIRNESS RUN presented by PRO PLANET.

Die GewinnerInnen des PRO PLANET Hauptbewerbes: Annabelle-Mary Konczer und Stefan Lettner
Den 5-Kilometer-Hauptlauf beim 2. GLOBAL 2000 FAIRNESS RUN gewann Annabelle-Mary Konczer bei den Damen mit einer Zeit von 17:16,6 und Stefan Lettner bei den Herren, der die Distanz in 15:57,1 barfuß zurücklegte. Die beiden GewinnerInnen waren sich einig, dass der GLOBAL 2000 FAIRNESS RUN eine wichtige Veranstaltung ist um stärkeres Bewusstsein bei der Bevölkerung für die Zustände in der Sportbekleidungsindustrie zu schaffen. So auch Barbara Weinmann, die für das Team FAIRTRADE Österreich absichtlich als Schlusslicht die Ziellinie überquerte: „Der Lauf war sehr anstrengend, aber bestimmt nichts im Vergleich zu einem Arbeitstag als Näherin einer der vielen Fabriken, in denen Sportbekleidung hergestellt wird.“

Hintergrund des GLOBAL 2000 FAIRNESS RUN presented by PRO PLANET
Leider herrschen nach wie vor verheerende Bedingungen in der Sportbekleidungsindustrie, tausende ArbeiterInnen schuften unter schwierigsten Bedingungen zu Löhnen, die kaum zum Leben reichen. Nach dem tragischen Unglück in der Rana Plaza Textilfabrik in Bangladesch, das im April 2013 mehr als 1.100 Todesopfer forderte, wurden endlich neue Initiativen zur Beseitigung der Missstände in den Fabriken gesetzt: Gewerkschaften und NGOs fordern die Bezahlung von Existenzlöhnen, mehrere Gütesiegel belegen ökologische Verträglichkeit oder soziale Mindeststandards. Doch es ist noch ein weiter Weg bis die Bezahlung von existenzsichernden Löhnen und die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften für die ArbeiterInnen zum Standard werden und bis die giftigsten Chemikalien aus den Produktionsstätten und aus den Abwässern verschwunden sind.

Tanja Dietrich-Hübner von PRO PLANET berichtete, wie Unternehmen zur Erreichung dieser Ziele beitragen können: „Mit PRO PLANET konnten wir als REWE Group im Lebensmittelhandel schon wichtige Maßstäbe bezüglich nachhaltiger Produktion setzen – insbesondere was Fairness in der Lieferkette bedeutet. Wir sind überzeugt davon, dass dieses Bewusstsein auch für die Textilindustrie unerlässlich ist. Durch unser PestizidReduktionsProgramm haben wir gemeinsam mit GLOBAL 2000 bei Obst & Gemüse mittlerweile über viele Jahre wirklich wertvolle Erfahrungen gesammelt – dieses Wissen wollen wir in eine chemikalienfreie Textilproduktion transferieren. Daher haben wir mit der REWE GROUP auch bereits vergangenes Jahr das Detox-Abkommen unterzeichnet.“

Weil es nicht egal ist… Laufen für faire Bedingungen auf der Mariahilfer Straße
Auch immer mehr SportlerInnen wollen etwas gegen die ausbeuterischen und unwürdigen Bedingungen, unter denen ihre Sportbekleidung produziert wird, unternehmen. Sie haben genug von gefährlichen Giftstoffen in Funktionskleidung, die nicht nur der Umwelt, sondern auch den Menschen schaden. Sie fordern daher Verantwortung und Transparenz von den Firmen, die ihre Funktionskleidung herstellen lassen. Beim GLOBAL 2000 FAIRNESS RUN konnten sich Interessierte darüber informieren und beraten lassen, wie sie sich für bessere Produktionsbedingungen einsetzen bzw. wo sie faire Sportbekleidung kaufen können.

„Der diesjährige Teilnehmerrekord beim GLOBAL 2000 FAIRNESS RUN zeigt, dass es immer mehr Amateur- und ProfiläuferInnen nicht egal ist, unter welchen Bedingungen ihre Sportbekleidung und -schuhe hergestellt und gehandelt werden. Wir möchten aber auch die Sportartikelhersteller dazu aufrufen, faire Alternativen anzubieten und diese stärker von Lieferanten zu fordern. Nur gemeinsam können wir etwas bewirken. Daher engagiert sich GLOBAL 2000 u.a. auch für die internationale Kampagne „Change your shoes" und fordert dabei mehr Gerechtigkeit und die Einhaltung von Umweltstandards in der Schuhproduktion“, betont Leonore Gewessler, Geschäftsführerin der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

FAIRNESS CHECK
Beim gestrigen GLOBAL 2000 FAIRNESS RUN konnte jede/r Teilnehmer/in vor Ort beim FAIRNESS CHECK in Kooperation mit der Clean Clothes Kampagne den Fairnessgrad ihrer/seiner Laufshirts und -hosen auf Knopf und Faden durchchecken lassen und so erfahren, welche Sportartikel fair bzw. unfair hergestellt wurden. Die zehn fairsten TeilnehmerInnen gingen mit je einem Geschenkkorb von FAIRTRADE Österreich nach Hause, prall gefüllt mit vielen fairen Köstlichkeiten.

Attraktives Rahmenprogramm und Fairnessrunde für alle
Mit Beratung im INFO CORNER über faire Alternativen und Möglichkeiten für alle, die selbst aktiv werden möchten, mit Spiel und Spaß für die Kleinen im ARA 4 KIDS CORNER und mit biologischen, regionalen und/oder fairen Genüssen kamen auch alle Nicht-Laufsportbegeisterten voll auf ihre Kosten. Und damit auch wirklich alle mitmachen können gab es als barrierefreien Auftakt zum GLOBAL 2000 FAIRNESS RUN die all i need Fairnessrunde für alle. Bei der 800 Meter langen Gemeinschaftsrunde waren alle herzlich willkommen, auch Eltern mit Kinderwägen nahmen daran teil. Die GewinnerInnen (1. bis 3. Platz) aller Bewerbe erhielten als „Gewinnerpokal“ eine SIGG-Trinkflasche sowie eine Flasche Bio-Traubensaft.

GLOBAL 2000 FAIRNESS RUN goes WearFair & mehr in LINZ: am 20.9.2015
Schon am 20. September 2015 findet der nächste GLOBAL 2000 FAIRNESS RUN in Verbindung mit der WearFair & mehr, der Messe für nachhaltigen Lifestyle, in und um die Tabakfabrik und Umgebung in Linz statt. Für alle Laufsportbegeisterten eine neuerliche Gelegenheit, laufend, walkend, gehend oder mit dem Rollstuhl fahrend ein Zeichen für gerechtere Arbeitsbedingungen und Umweltschutz in der Textilindustrie zu setzen. Mehr Informationen unter www.fairnessrun.at/linz/

Weitere Infos:
Website: www.fairnessrun.at/wien
Facebook: www.facebook.com/fairnessrun

GLOBAL 2000 FAIRNESS RUN 2015 dankt all seinen PartnerInnen und SponsorInnen:
Ohne die vielen tollen PartnerInnen und SponsorInnen wäre dieser Run nicht möglich gewesen – die VeranstalterInnen danken sehr sehr herzlich!

PartnerInnen waren:
GLOBAL 2000 (Namensgeber), FAIRTRADE Österreich, Clean Clothes Kampagne, Wiener Sportalternative, Wiener Laufcup, MA 48 - Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark / Umwelt Musterstadt Wien, Vegane Gesellschaft, Team Vegan.at

Sponsoren waren:
PRO PLANET, ARA Altstoff Recycling Austria AG, Reinwerfen statt Wegwerfen, Wien Energie, Sheeld, Vivobarefoot, Waldherr - Der Vollkorn-Bio-Bäcker, EZA Fairer Handel Gmbh, Weltläden, Univeg Austria, Garry Mash, Druckerei Janetschek, NaKu, Smovey

PartnerInnen in der Gastronomie waren:
all I need, Ben & Jerry's, Lemonaid+, Rita bringt’s, Espressomobil