UmweltschützerInnen fordern: Waldschutz darf nicht zur Bilanz-Fälschung verkommen

Wien (10. Dezember 2009). Österreich steht bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen am Klima-Pranger für seine Haltung bei der Anrechnung von Waldemissionen. Am ersten Tag erhielt Österreich von über 450 Nichtregierungsorganisationen die Auszeichnung für den größten Verhandlungsblockierer – den ‚Fossil of the day’-Award. „Österreich verhindert beim Waldschutz eine Einigung innerhalb der EU und gefährdet damit einen wichtigen Teil der internationalen Verhandlungen. Bundeskanzler Faymann muss das Thema beim EU-Rat ansprechen und klarstellen, dass Österreich nicht für Bilanztricks zu haben ist, sondern wirklichen Klimaschutz forciert“, so Manuel Graf, Klimasprecher von GLOBAL 2000.

Wälder speichern CO2-Emissionen: Weniger Wald, bedeutet mehr CO2 in der Atmosphäre. Diese Emissionen müssen jenen Ländern zugeordnet werden, in denen die Waldmasse, beispielsweise durch Biomassenutzung, abnimmt. Genau das will Österreich verhindern. Geht es nach den heimischen VerhandlerInnen bei der Klimakonferenz, soll eine Prognose gestellt werden, wie sich die Aufnahmefähigkeit des Waldes entwickelt und nur die Abweichung von dieser Prognose soll als Emission gerechnet werden. „Dieser Vorschlag ist absurd, denn diese CO2-Emissionen gelangen in die Atmosphäre und werden damit für den Klimawandel wirksam ,“ so Graf weiter. Berechnungen zeigen, dass es sich um bis zu zehn Millionen Tonnen CO2 pro Jahr handeln könnte – das entspricht rund 13 Prozent der Emissionen von 1990.

In Kopenhagen wird auch der Regenwaldschutz verhandelt. „Würde das österreichische Versteckspiel auch beim Regenwald angewandt, wäre das ein Klima-Desaster. Der Klimawandel lässt sich nicht durch Rechentricks aufhalten, wir brauchen reale Reduktionen und keine Bilanzfälschung“, so Graf. „Kopenhagen wird nur dann ein Erfolg, wenn alle Länder ihren Teil dazu beitragen, die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten. Das wird von den USA, der EU und anderen Ländern verlangt. Bundeskanzler Faymann ist jetzt gefordert, die österreichische Position zu klären. Österreich darf nicht weiter auf der Klimaschutz-Bremse stehen“, so Graf abschließend.

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