Pestizide (c) Caro Steiger

GLOBAL 2000 begrüßt mit Erleichterung die heute bekannt gewordene Verschiebung einer Entscheidung über die europäische Wiedergenehmigung von Glyphosat. Eine überhastete Zulassung entgegen der wissenschaftlichen Beweislage für die krebserregende Wirkung von Glyphosat scheint damit vorerst verhindert worden zu sein.

„Wichtig ist, dass wir nun in Österreich die gewonnene Zeit dazu nützen, eine transparente und sachliche Diskussion unter Einbeziehung unabhängiger Wissenschaftler zu starten.“, sagt Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000: „Die Folgen einer verlängerten Zulassung für die Umwelt, die Gesundheit und die Landwirtschaft wären zu gravierend als dass Landwirtschaftsminister Rupprechter diese Entscheidung in die Hände einzelner Angestellter des AGES-Instituts für Pflanzenschutz legen sollte.“

Denn in jenen Mitgliedsstaaten, die heute eine kritische Haltung zu Glyphosat eingenommen haben – das sind u.a. Frankreich, Italien, Deutschland, Holland und Schweden – fand anders als in Österreich bereits im Vorfeld eine breite politische Diskussion statt. An dieser beteiligten sich wissenschaftliche und politische Vertreter aus Umwelt, Gesundheit und Landwirtschaft.

„Die Krebseinstufung durch die WHO darf nicht einfach vom Tisch gewischt werden“, sagt Helmut Burtscher: „Krebs ist in Österreich die häufigste Todesursache bei den 30 bis 70-Jährigen. Da sich laut den von der WHO ausgewerteten Studien für Menschen, die mit Glyphosat arbeiten, die Wahrscheinlichkeit an Lymphdrüsenkrebs zu erkranken um 50 bis 100 Prozent erhöht, kann diese Frage nicht allein auf Landwirtschaftsebene entschieden werden.“