Wien, 1. Oktober 2013: Bisher schafft es ein großer Anteil an Obst- und Gemüseprodukten nicht vom Acker bis ins Supermarktregal: Bei Erdäpfeln und Karotten werden oft über dreißig Prozent aussortiert, weil sie zu groß, zu klein oder krumm gewachsen sind. „Das ist eine enorme Verschwendung von Ressourcen, denn auch für aussortierte Lebensmittel wurden Dünger, Diesel, Wasser und Pestizide eingesetzt, die die Umwelt belasten“, erkärt Kewin Comploi, Nachhaltigkeitsexperte bei GLOBAL 2000: „Wir begrüßen daher die 'Wunderlinge' von Rewe als wichtigen Schritt in die richtige Richtung.“

„Statt makellosem Äußeren und genormten Größen, Farben und Formen sollte der Geschmack und die innere Qualität von Obst und Gemüse im Zentrum stehen“, stellt Comploi fest. Hier sollten sich alle österreichischen Handelsketten ein Beispiel an Rewe nehmen und ihre allgemeinen Qualitätsrichtlinien entsprechend weiterentwickeln: „Akzeptiert man im Supermarktregal beispielsweise beim Lauch minimale Schäden wie etwa winzige weiße Punkte, könnte der Pestizid-Einsatz auf dem Feld und in weiterer Folge die Pestizidrückstände auf dem Lauch stark gesenkt werden“, erklärt Comploi.

Aber nicht nur der Handel, auch der Gesetzgeber ist gefordert: „Einige Obst- und Gemüsesorten unterliegen in Österreich eigenen Verkaufsnormen, die die Menge der verwendbaren Früchte unnötig einschränkt. Das entspricht aber nicht den Wünschen der KonsumentInnen und ist auch ökologisch unsinnig“, sagt Comploi. GLOBAL 2000 fordert eine Anpassung dieser nationalen Normen zugunsten größerer Vielfalt. Comploi abschließend: „Durch Umformulierung dieser nationalen Normen würde nicht nur eine signifikante Menge an Pestizideinsatz eingespart werden, sondern auch eine höhere Effizienz in der gesamten Produktionskette erreicht werden.“