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Gefährliche EU-Pestizidgrenzwerte nun auch behördlich bestätigt

Wien (22. Oktober 2008). Das aktuelle von der deutschen Lebensmittelkontrolle bereits am 13. Oktober veröffentlichte „Lebensmittelmonitoring 2007“ zeigt, dass die in der Europäischen Union in Obst und Gemüse erlaubten Pestizidrückstände die Gesundheit, insbesondere die von Kindern, gefährden. Als konkrete Fälle werden Pestizidbelastungen in Kopfsalat, Tomaten, Grünkohl und Pilzen genannt, die das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu der Warnung veranlassen, dass bereits bei „einmaligem Verzehr gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen sind” - und dies, obwohl die gesetzlich zulässigen Höchstmengen nicht überschritten worden sind. „Dass die EU per Verordnung gesundheitsgefährdende Pestizidmengen in Obst und Gemüse legalisiert, ist ein Lebenmittelskandal der Extraklasse“, kritisiert Helmut Burtscher, Biochemiker von GLOBAL 2000.

Dass die seit 1. September in der gesamten EU einheitlich geltenden Pestizid-Grenzwerte die KonsumentInnen nicht vor gesundheitsgefährdenden Pestizidrückständen schützen, hatte bereits eine von GLOBAL 2000 im August präsentierte Studie aufgezeigt. So müssen etwa bei Äpfeln, Birnen, Trauben, Salat, Tomaten, etc. zwischen 5% und 10% der inzwischen auch in Österreich geltenden EU-Pestizidgrenzwerte als potenziell gesundheitsgefährdend eingestuft werden. Das obwohl rund die Hälfte dieser unsicheren Pestizid-Grenzwerte noch kurz vor ihrer Festsetzung durch die EU-Kommission am 1. September 2008 einer Risikobewertung durch die EFSA (Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit) unterzogen worden waren. „Offenbar hat die EU-Kommission diese Grenzwerte festgesetzt, obwohl sie bereits wusste, dass ihre Ausschöpfung die Gesundheit der europäischen KonsumentInnen gefährden kann. Eine solche Vorgangsweise trägt nicht dazu bei, das angeschlagene Vertrauen der EuropäerInnen in die Europäischen Institutionen zu festigen”, kritisiert Burtscher.

Aber auch das österreichische Gesundheitsministerium und die Agentur für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (AGES) haben bislang offenbar nichts unternommen, um diese untragbare Situation für die österreichischen KonsumentInnen zu entschärfen. „Anstatt der Aufforderung nachzukommen, zu den von GLOBAL 2000 präsentierten Ergebnissen öffentlich Stellung zu nehmen und Sofortmaßnahmen zum Schutz der KonsumentInnen zu ergreifen, verharren die öffentlichen Stellen bislang in Untätigkeit“, so Burtscher. GLOBAL 2000 wiederholt mit Nachdruck seine Forderung, zum Schutz der KonsumentInnen, gefährliche Pestizidgrenzwerte raschest herabzusetzen.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Pressesprecherin: Mag. Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26, E-Mail.: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Pestizidexperte: DI Dr. Helmut Burtscher, Tel.: 0699/14 2000 34, E-Mail: helmut.burtscher@global2000.at