PRESSEINFORMATION

Klimawandel vertreibt Menschen und bedroht Entwicklung in den Ländern des Südens - Klimaschutz muss in die Regierung!

Wien (9. Oktober 2008). Aufgrund der heute in Bonn gestarteten UN-Konferenz zum Thema Klimaflüchtlinge mahnt die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 Österreich eindringlich, den Klimaschutz endlich ernst zu nehmen. Die künftige Regierung muss Maßnahmen für eine deutliche Reduktion der Treibhausgas-Emissionen mit hoher Priorität im Regierungsprogramm verankern. „Der Klimawandel verursacht ungeheures menschliches Leid. Betroffen sind vor allem die sich entwickelnden Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben. Es ist zynisch und menschenverachtend, wenn bei uns den Wünschen der Wirtschaft mehr Gewicht eingeräumt wird als dem Schutz von Menschenleben und der Klimagerechtigkeit!"

Österreich ist heute eines der reichsten Länder der Erde, dessen Wohlstand auf der Verbrennung von Öl, Gas und Kohle aufbaut. Nach dem Verursacherprinzip sind es die Industriestaaten, die für den von ihnen verursachten Klimawandel gerade stehen müssen. Der Klimawandel und der damit einhergehende Meeresspiegelanstieg sowie verstärkte Sturmereignisse gefährden vor allem Südostasien, die Karibik und kleine Inselstaaten im Pazifik. Häufigere Dürren und abnehmende landwirtschaftliche Erträge bedrohen vor allem große Regionen Afrikas. Viele Menschen werden gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen.

GLOBAL 2000 fordert daher:

1) Die deutliche und kontinuierliche Reduktion der österreichischen Treibhausgas-Emissionen bis auf klimaverträgliche 1-2 Tonnen pro Kopf im Jahr 2050. Ein Klimaschutzgesetz im Verfassungsrang könnte dafür die Grundlagen schaffen.
2) Die Bereitstellung ausreichender Finanzmittel für Katastrophenvorsorge und Klimaanpassungsmaßnahmen in den Entwicklungsländern. Zusätzlich muss die österreichische Regierung sicherstellen, dass bis zum Jahr 2015 0,7 Prozent des BNE für Ausgaben der Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt werden.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26 und Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, E-Mail.: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Klimasprecherin: Silva Herrmann, Tel.: 0699/14 2000 17, E-Mail: silva.herrmann@global2000.at