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EU-Report: Kosten der EU-Agrotreibstoff-Politik bis zu 65 Milliarden Euro

Wien (31. Jänner 2008). Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 fordert ein Moratorium für die Agrotreibstoff-Ziele der EU und Österreichs: „Die Politik hat das Pferd von hinten aufgezäumt. Zuerst wurden Ziele für einen massiven Ausbau der Agrotreibstoff-Produktion festgelegt, erst jetzt wird aber überlegt, ob überhaupt genügend Rohstoffe umwelt- und sozialverträglich produziert werden können. Verschärft wird die Lage noch dadurch, dass es an wirksamen Maßnahmen zur Reduzierung des Verkehrsaufkommens fehlt. Wächst der Verkehr weiter so ungehemmt wie bisher, steigt auch der prozentuale Bedarf an Agrotreibstoffen dramatisch,“ warnt Silva Herrmann, Klima- und Energiesprecherin von GLOBAL 2000.

In einem internen Bericht des wissenschaftlichen Gremiums der EU-Kommission (JRS) 'Biofuels in the European Context' kommen die WissenschaftlerInnen zu dem Schluss, dass die Agrotreibstoff-Ziele der EU zu Netto-Kosten von bis zu 65 Milliarden Euro führen könnten. Darüber hinaus würde man große Flächen außerhalb der EU benötigen und diese bei gleichzeitig zweifelhaften Klimaschutz-Effekten für die Nahrungsmittelproduktion blockieren. Es wäre sogar laut dem Bericht möglich, dass es durch die Biosprit-Beimengung in der EU zu keinerlei Treibhausgas-Einsparungen kommen könnte. Silva Herrmann dazu: „Einige Formen der Agrotreibstoffe, dazu zählen etwa Pflanzenöle aus ökologischer Produktion oder die Nutzung von Reststoffen, können sinnvoll in bestimmten Bereichen eingesetzt werden. Agrotreibstoffe im großen Maßstab allerdings sind definitiv keine Lösung für Klimaschutz!“

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26 und Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Klima- und Energiesprecherin: Silva Herrmann, Tel.: 0699/14 2000 17