PRESSEINFORMATION

Reduktion der Treibhausgase um ein Drittel in der EU – 25 Prozent mehr Erneuerbare Energien und Nein zur Atomkraft!

Wien/Brüssel (9. März 2007). Anlässlich des EU Frühjahrsgipfels in Brüssel fordert GLOBAL 2000 und die weiteren Mitgliederorganisationen des „Friends of the Earth“-Netzwerkes in einer groß angelegten Aktion die Staats- und Regierungschefs der EU dazu auf, weit reichende und gesetzlich verbindliche Maßnahmen zur Bekämpfung der voranschreitenden Erderwärmung zu setzen. „Klimaschutz muss ernst genommen werden“, so GLOBAL 2000 Klima- und Energiesprecherin Silva Herrmann. „Die Treibhausgase in der EU müssen bis 2020 um ein Drittel und bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent reduziert werden. Die Zielvorgabe eines Anteils von 20 Prozent an erneuerbaren Energien ist aus Klimaschutzsicht unzureichend. GLOBAL 2000 fordert daher BK Gusenbauer dazu auf, sich für die Anhebung des Zielwertes auf 25 Prozent stark zu machen und dies auch verbindlich festzuschreiben.“

15 Mitgliedsorganisationen des „Friends of the Earth“-Netzwerkes zeigen heute in Brüssel Flagge und stellen mittels einer groß angelegten Installation dar, dass die Umweltschutzorganisationen nach den heutigen EU-Grundsatzbeschlüssen genau beobachten werden, wie diese dann konkret von den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten gestaltet werden. Die Installation zeigt eine zwölf Meter hohe EU-Flagge mit symbolischen Sternen. „Wir haben noch ein Zeitfenster bis zum Jahr 2020, in dem rasch gehandelt werden muss! Ansonsten droht der globale Klimawandel außer Kontrolle zu geraten“, betont Herrmann. GLOBAL 2000 warnt dabei vor den Vorstößen einzelner Mitgliedsstaaten (etwa Frankreichs), die die Rehabilitation der Atomkraft unter dem Stichwort „Low Carbon Technologies“ erwirken wollen. „Aktuelle Störfälle wie jene in Temelin und Katastrophen wie Tschernobyl beweisen, dass die Atomenergie eine absolut unsichere Art der Energiegewinnung ist. Wir lehnen Atomenergie strikt ab und kämpfen für ein atomfreies Europa. Alternativen sind vorhanden: Energieeffizienzmaßnahmen etwa können rasch zum Klimaschutz eingesetzt werden. Weiters sind erneuerbare Energien eine sichere Alternative.“

Hauptproblem im Kampf gegen den globalen Klimawandel ist vor allem das steigende Verkehrsaufkommen. GLOBAL 2000 fordert daher die Staats- und Regierungschefs der EU dazu auf, Vorschläge zu entwickeln, damit das problematische Verkehrsaufkommen in Europa reduziert werden kann. „Es ist zu wenig, allein auf Biokraftstoffe zu setzen. Wir glauben sogar, dass dies der falsche Weg ist, weil sich die angestrebten Ziele im Bereich der Biokraftstoffe nur um den Preis der Zerstörung der Urwälder (z.B. durch Palmölplantagen) erreichen lassen.“ GLOBAL 2000 fordert BK Gusenbauer dazu auf, sich gegen Atomkraft und gegen die Einführung der Biokraftstoff-Ziele zu stellen. Erst wenn unter Berücksichtigung strikter Umwelt- und Sozialkriterien eine Potenzialstudie belegt, welche Ziele ohne Regenwaldzerstörung möglich sind, kann über Biokraftstoffe verhandelt werden.

Weitere Informationen:
GLOBAL 2000

Presse: Lydia Matzka 0699/14 2000 26 und Andreas Baur 0664/103 24 23
Energie- und Klimasprecherin: Silva Herrmann 0699/14 2000 17

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