Minister Berlakovich muss sich morgen in Brüssel für ein gentechnikfreies Österreich stark machen.

Wien (8. März 2012). Morgen stimmen die Umweltminister in Brüssel über eine neue Regelung zum „nationalen Selbstbestimmungsrecht“ ab. Bisher konnte ein Land aus Umweltschutzgründen entscheiden, ob es eine Gentech-Pflanze im eigenen Land anbauen möchte oder nicht. Das soll sich nun ändern. In Zukunft sollen Gentech-Konzerne wie Monsanto mitreden dürfen, wenn ein Land keine Gentech-Pflanzen anbauen möchte. Mit den Konzernen wird dann vereinbart, dass im eigenen Land keine Gentech-Pflanzen angebaut werden. Im Gegenzug stimmt dieses Land dann auf EU-Ebene für die Zulassung in allen anderen EU-Staaten.

Auch Österreichs Umweltminister Berlakovich hat sich bisher nicht klar gegen diese Regelung ausgesprochen. Wird diese neue Regelung beschlossen, ist das für Europa und Österreich eine Katastrophe. In der EU würden alleine im heurigen Jahr fünf bis sechs neue Gentech-Maissorten zugelassen und spätestens im nächsten Jahr angebaut (im Vergleich dazu: seit Beginn der Gentechnik in Europa im Jahre 1998 wurde bisher nur eine einzige Maissorte zugelassen). Der Mais wird dann in Lebensmitteln verarbeitet und kann so auch in Österreichs Supermärkte gelangen. Heidi Porstner, Gentechnik-Expertin von GLOBAL 2000: „Es ist unbedingt notwendig, dass sich Minister Berlakovich gegen den Vorschlag der Dänischen Ratspräsidentschaft ausspricht. Wird am 9. März in Brüssel für den aktuellen Vorschlag abgestimmt, sind der Gentechnik in Europa sehr bald Tür und Tor geöffnet. Und auch Österreich wird es immer schwerer haben, gentechnikfrei zu bleiben!"

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