Wien, am 11. November 2014 - In Reaktion auf die GLOBAL 2000-Fließgewässertests vom Frühjahr 2014 beschloss der heutige Ministerrat für das kommende Jahr ein bundesweites umfassendes Monitoring der Pestizideinträge in österreichischen Gewässern. Darüber hinaus wird die Schaffung spezieller Förderprogramme zur Unterstützung eines schrittweisen Ausstiegs aus hormonell wirksamen Pestiziden angeregt. „Das ist aus unserer Sicht ein sehr wichtiger und richtiger Schritt für den Schutz unserer Gewässer und ihrer Ökosysteme vor schädlichen Chemikalien aus Landwirtschaft, Haushalt und Industrie“, freut sich Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000.

Die Resolution zu diesen substanziellen Maßnahmen, die heute im Ministerrat beschlossen wurden, kam von der niederösterreichischen Landesregierung. Sie beinhaltet die umfassende Abklärung der Belastung der österreichischen Gewässer mit Pestiziden, eine Bewertung möglicher ökologischer und toxikologischer Auswirkungen der Pestizidbelastungen sowie darauf aufbauend gegebenenfalls die Festlegung verbindlicher Grenzwerte für Pestizide in Fließgewässern.

Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 untersuchte zwischen April und Mai 2014 stichprobenartig 42 österreichische Flüsse auf Pestizideinträge. In 22 Fließgewässern wurden Pestizidbelastungen durch insgesamt 60 verschiedene Pestizide nachgewiesen. 15 davon gelten als hormonell wirksame Chemikalien, die u.a. mit Missbildungen bei Fischen und Amphibien in Zusammenhang gebracht werden. Die vorgefundenen Pestizidbelastungen waren regional sehr unterschiedlich. Während die Mehrzahl der untersuchten Gewässer keine oder nur geringe Pestizidbelastungen aufwiesen, traten in landwirtschaftlich intensiv bewirtschafteten Regionen des Burgendlands und im niederösterreichischen Marchfeld teilweise besorgniserregend hohe Belastungen auf.

„Im europäischen Vergleich besitzt Österreich nach wie vor große Wasservorkommen in guter Qualität. Mit dieser Resolution setzte die niederösterreichische Landesregierung einen wichtigen Schritt, diese Wasservorräte auch für die Zukunft österreichweit zu schützen“, sagt Burtscher abschließend.

Die Resolution im Wortlaut:
http://www.noe-landtag.at/service/politik/landtag/LVXVIII/04/411-46/411-...