Wien, 4. Juli 2013: Die schwarze Sulm, ein Natura 2000-Schutzgebiet in der Steiermark, soll einem Kraftwerksbau zum Opfer fallen. MitarbeiterInnen der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 machten am Mittwoch einen Lokalaugenschein und zeigen sich solidarisch mit den AktivistInnen vor Ort, die Schlimmeres bis dato verhindern konnten. Dabei enthüllten sie ein Banner mit der Aufschrift „Hände weg von der schwarzen Sulm“. Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher bei GLOBAL 2000, war ebenfalls vor Ort: „Wir wollen damit die Politik auffordern, endlich aufzuwachen und ihre Verantwortung wahrzunehmen. Es ist ein Skandal, dass AktivistInnen vor Ort ihre Freizeit opfern müssen, um die Aufgabe der Politik zu übernehmen und dem Recht zur Durchsetzung zu verhelfen.“

GLOBAL 2000 fordert die Politik und allen voran Landeshauptmann Voves anlässlich der heutigen Regierungssitzung der Landesregierung erneut auf, endlich aufzuwachen und die schwarze Sulm zu retten: „Täglich könnte der Bau des Kraftwerks beginnen, während das Land Steiermark sich mit der Überprüfung, ob das öffentliche Interesse an intakter Natur nicht doch überwiegt, immer noch bis 2014 Zeit lassen will“, sagt Wahlmüller. Die Faktenlage ist längst klar: Die EU-Kommission hat bereits im April dieses Jahres festgestellt, dass der Baubescheid des Landes Steiermark nicht ordnungsgemäß zustande gekommen ist. Millionen an Strafzahlungen an die EU stehen im Raum, sollte das Naturjuwel angegriffen werden.

Naturverträglichen Klimaschutz vorantreiben

„Anstatt mit einem Minikraftwerk viel Natur zu zerstören, sollte Voves naturverträglichen Klimaschutz vorantreiben. Handlungsbedarf besteht beispielsweise bei der Gebäudesanierung, wo die Steiermark eines der Schlusslichter in Österreich ist“, sagt Wahlmüller. Daten, die GLOBAL 2000 vorliegen, zeigen, dass in der Steiermark lediglich 0,5 % der Gebäude jedes Jahr thermisch saniert werden (letzter Stand 2011). Es würde also bei jetzigem Tempo 200 Jahre dauern, bis der gesamte Gebäudebestand einmal saniert wird – drei Prozent Sanierungsrate wären laut Klimastrategie aber vorgesehen (und somit eine Sanierung des gesamten Gebäudebestands in 33 Jahren). „Dass das Land Steiermark das Mini-Kraftwerk an der schwarzen Sulm mit Klimaschutz argumentiert, ist lächerlich – würde LH Voves Klimaschutz ernst nehmen, müsste er stattdessen bei der Gebäudesanierung längst entschiedenere Schritte setzen. Die schwarze Sulm gehört zu den letzten vier Prozent Fläche in Österreich, die gänzlich unberührt ist. Eine Zerstörung eines solchen Naturjuwels ist schlicht widersinnig. Stattdessen soll naturverträglicher Klimaschutz vorangetrieben werden“, so Wahlmüller abschließend.

Fotos von GLOBAL 2000 bei der schwarzen Sulm auf http://www.flickr.com/photos/global2000 sowie im Anhang

Verwendung kostenfrei bei Angabe von © GLOBAL 2000