Baukonzern STRABAG muss Auftrag für slowakischen Schrottreaktor Mochovce stornieren – Atomkraftwerke bauen gehört sich nicht!

(Wien, 13. Juni 2010). Mit einer spektakulären Aktion fordert die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 die STRABAG auf, aus dem Bau des Atomkraftwerks Mochovce auszusteigen. Mit einem über 130 Quadratmeter großen Banner seilen sich UmweltschützerInnen von GLOBAL 2000 auf einer STRABAG-Baustelle von einem Kran ab. In riesigen Buchstaben hängt das Logo des Baukonzerns unterhalb des Kranauslegers. Das erste A im Firmennamen wurde durch das Radioaktivitätszeichen ersetzt. „Die STRABAG-Baubeteiligung torpediert die österreichische Anti-Atom-Haltung. 88 Prozent der ÖsterreicherInnen sind gegen Atomkraft, Atomkraftwerke bauen gehört sich nicht! Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um diese nukleare Gefährdung Mitteleuropas zu verhindern“, sagt Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Sprecher von GLOBAL 2000.

„Jetzt ist es höchste Zeit, dieses Hochrisikoprojekt in letzter Minute zu stoppen. Wir appellieren nicht nur an Dr. Haselsteiner, den Vorstandsvorsitzenden der STRABAG, sondern auch an die STRABAG-Kernaktionäre Raiffeisen und UNIQA“, so Uhrig weiter. Dass die UNIQA hier massiven Einfluß hat, entnehmen die UmweltschützerInnen dem Konzernbericht von 2009, wo es heißt, „blieb UNIQA ein wesentlicher Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der STRABAG SE erhalten“.

Mochovce: sowjetischer Sicherheitsstandard aus den 70ern

Mochovce 3/4 ist nach seiner Teilfertigstellung zu Beginn der 1990er-Jahre „eingemottet“ worden, die bereits vorhandenen 16000 Anlagenteile (darunter Reaktordruckbehälter, Dampferzeuger und Teile der Turbinen) befinden sich seit fast 20 Jahren im teilweisen Konservierungszustand, die Gebäude sind zu 70 Prozent fertiggestellt. Dieses AKW, auf dem technischen Stand der sowjetischen Technik der 1970er-Jahre, soll nun ohne wesentliche Verbesserung der Sicherheitslage ans Netz gehen.

Trotz mehrmonatiger Bemühungen und Aufklärungsarbeit über die Gefahrpotenziale des Bauauftrags erhielten die UmweltschützerInnen nur ausweichende Antworten der beteiligten Manager und Politiker. „Wir appelieren nachdrücklich an Mag. Hameseder der Raiffeisen Holding und Dr. Klien der UNIQA, auf der STRABAG-Aktionärsversammlung am 18. Juni den Bauauftrag zu stoppen und damit auch einen katastrophalen Imageschaden für die österreichische Wirtschaft abzuwenden“, fordert Uhrig.

 

Fotos der Aktion finden sich unter dem Direktlink:

 

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