UmweltschützerInnen warnen auf Aktionärsversammlung auch vor wirtschaftlichen Risiken der Mochovce-Beteiligung

(Wien, 18. Juni 2010) Auf der heutigen STRABAG-Aktionärsversammlung in Wien warnen GLOBAL 2000-AktivistInnen mit dem „verstrahlten“ Firmenlogo der STRABAG vor den wirtschaftlichen Risiken des Mochovce-Bauauftrags. „Der Image-Schaden für die STRABAG und die Kernaktionäre Raiffeisen und UNIQA ist höher als der geringe Gewinn, der sich durch den Bauauftrag erzielen lässt – ganz zu schweigen von den Kosten, die im Falle der Haftung für einen Atomunfall auf den Baukonzern zukommen“, erklärt Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Sprecher von GLOBAL 2000. Beim AKW Mochovce handelt es sich um sowjetisches Design aus den 70er Jahren – viele der Komponenten bzw. Hersteller existieren längst nicht mehr. Der Ausbau des Atomkraftwerkes sieht kein Volldruck-Containment vor, ein Kühlmittelverluststörfall oder ein Terrorangriff bedeuten massive Freisetzung von Radioaktivität. „Mochovce hat extreme Sicherheitsmängel die es auch wirtschaftlich zu einem Risikogeschäft machen. Im Falle dieses Kraftwerks liegt das Risiko in der Verstrahlung der Umgebung für 240 000 Jahre. Die Haftung für solch einen Schaden bedeutet den garantierten Ruin eines Unternehmens“, so Uhrig.

Die UmweltschützerInnen sehen jetzt den richtigen Zeitpunkt, um aus dem Atomprojekt in der Slowakei auszusteigen. Nach den slowakischen Parlamentswahlen am vergangenen Samstag wird die neue Regierung die Atompolitik der letzten Jahre ebenso überdenken, wie dies bereits in Bulgarien der Fall war. In Bulgarien kam es nach der Abwahl der Regierung und dem Ausstieg des Energieriesen RWE aufgrund von Sicherheitsbedenken zunächst zum Projektstopp und jüngst zum endgültigen Aus für das Atomkraftwerk Belene. „Das ist der Beweis dafür, dass marktwirtschaftlich denkende Unternehmen und die Politik zusammen Atomkraftwerke aufhalten können. Zum Schutz der Bevölkerung und der Aktionäre. Die STRABAG und ihre Kernaktionäre können jetzt in die Geschichtsbücher eingehen als die Unternehmen, die den Schrottreaktor Mochovce verhindert haben“, fordert Uhrig. Als Kleinst-Aktionäre beteiligen sich die AktivistInnen von GLOBAL 2000 an der Aktionärsversammlung. Sie stellen Fragen zu den Sicherheitsvorkehrungen, zu den Gesundheitsrisiken für die KonzernmitarbeiterInnen, die auf der Baustelle der Strahlung durch die benachbarten Atomkraftwerksblöcke 1/2 ausgesetzt sind und zu den Rückstellungen, die für die als Berufskrankheit anerkannten Strahlungsfolgekosten bei Arbeitern gebildet werden.

Direktlink: Fotos der GLOBAL 2000-Aktion www.flickr.com/photos/global2000/4695837638/

Kurzvideo mit O-Ton: http://www.youtube.com/watch?v=aWN71U3e9s4

 

Kontakt:

Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699/14 2000 23, E-Mail: presse@global2000.at

Downloads: 
Binärdaten