UmweltschützerInnen appellieren an italienischen Botschafter: Keine weitere Finanzierung für den Schrottreaktor – Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe ist Anlass zum Umdenken

(Wien, 26. April 2010). Heute, am 26. April, zum 24. Jahrestag der verheerenden Tschernobyl-Katastrophe treffen VertreterInnen der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und der Wiener Plattform „Atomfreie Zukunft“ den italienischen Botschafter in Wien, Massimo Spinetti. „Italien ist über direkte und indirekte Beteiligungen des italienischen Energieversorgers ENEL am Bau des Schrottreaktors Mochovce in der Slowakei beteiligt. Wir fordern von Botschafter Spinetti, dass Italien aus diesem Wahnsinnsprojekt aussteigt“, so Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Sprecher von GLOBAL 2000. Über die Staatsbeteiligung an der italienischen ENEL kann die Regierung erheblichen Einfluß auf die Firmenpolitik des Energiekonzerns ausüben, so die UmweltschützerInnen.

Investitionen in erneuerbare Energien sind rentabler

ENEL investiert 2,9 Milliarden Euro in den Fertigbau der Reaktorblöcke sowjetischer Bauart in Mochovce, die aus den 1980er-Jahren stammen. „3400 Euro pro kW installierter Leistung werden hier auf Jahrzehnte in eine hoch riskante Technologie versenkt. Ein wesentlich besserer Return on Investment für ein marktwirtschaftliches Unternehmen ergibt sich aus Investitionen in erneuerbare Energien: Wind Onshore ist bereits für 890 Euro pro kW zu haben, selbst der momentan teuerste erneuerbare Strom aus Photovoltaik ist billiger als dieses Atomkraftwerk“, rechnet Reinhard Uhrig vor. „Und vor allem: erneuerbare Energien sind sicher für uns und die vielen Generationen nach uns, die sonst mit weiterem Atommüll leben müssen. Der Jahrestag der verheerende Atomkatastrophe in Tschernobyl sollte als Anlass zum Umdenken genutzt werden, denn Mochovce ist eine tickende Zeitbombe“, so Uhrig.

Tschernobyl explodierte vor 24 Jahren

Vor genau 24 Jahren explodierte Block 4 des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl. Radioaktives Material wurde durch die Explosion über ganz Europa verteilt: Je nach Windrichtung und Wetterlage wurde der Boden unterschiedlich mit dem Fallout von radioaktivem Cäsium verseucht, in Österreich fanden sich hohe Cäsium-Konzentrationen insbesondere in der Nähe von Liezen und am Traunsee.

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