Wien, am 20.3.2019 - Das Urteil in den USA gegen Monsanto/Bayer spricht eine deutliche Sprache. Die Beweislage für die krebserregende Wirkung von Glyphosat ist eindeutig. Die österreichische Bundesregierung ist nun gefordert, im Sinne des Vorsorgeprinzips das weit verbreitete Mittel endlich zu verbieten.

„Wir von GLOBAL 2000 begrüßen, dass Kärnten das Pestizid auf der Landtagssitzung am 28. März für den privaten Verbrauch verbieten möchte, jetzt ist die Umweltministerin Elisabeth Köstinger gefordert, um ein bundesweites Verbot durchzusetzen – auch in der Landwirtschaft. Immerhin hat die Regierung bereits ein solches Verbot kurz nach der Wahl angekündigt, es ist jetzt Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen“, erklärt Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000 und Autor des Buches "Die Akte Glyphosat“.

Mehr als drei Wochen hatten die AnwältInnen beider Parteien in dem Gerichtsverfahren Gelegenheit, wissenschaftliche Studien vorzulegen und ExpertInnen einzuladen, um ihre jeweilige Sicht der Beweislage zur Karzinogenität von Glyphosat zu untermauern. „Dass zum zweiten Mal in Folge ein Geschworenengericht übereinstimmend jene Studien und wissenschaftlichen Argumente, die zur Krebseinstufung durch die WHO führten, für überzeugender hält, als die entsprechenden Studien und Argumente des Glyphopsat-Herstellers Monsanto, muss ein Weckruf für die EU-Zulassungsbehörden sein“, erklärt Burtscher-Schaden.

„Denn diese Behörden hatten Glyphosat einen Persilschein ausgestellt, indem sie die Studien und Argumente der Hersteller großteils wortwörtlich übernahmen und unabhängige Studien als irrelevant und unzuverlässig verwarfen“, sagt Burtscher-Schaden. Mit diesem Urteil ist die erste Phase des Verfahren, bei der es um die wissenschaftlichen Beweise für die Karzinogenität von Glyphosat ging, beendet. Die zweite Phase des Verfahrens, die heute beginnt, wird sich mit der Frage von Manipulation von wissenschaftlichen Beweisen durch Monsanto beschäftigen.

Ein weiteres Gerichtsverfahrfen gegen Monsanto/Bayer beginnt nächste Woche im nahe gelegenen Oakland, Kalifornien.