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Französische Großbank will AKW finanzieren – Protestaktion vor Österreich-Filiale - BILD!

Wien (5. Juni 2007). Am heutigen Weltumwelttag protestiert die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 gemeinsam mit Organisationen in 15 Ländern Europas gegen die französische Bank BNP Paribas. Anlass ist das Vorhaben der Bank, sich an der Finanzierung des Hochrisiko-AKW Belene zu beteiligen. Die UmweltschützerInnen übergeben ein Forderungspapier an die Filialleitung und informieren vor der Bank über die Gefährdung durch Belene. „Das AKW Belene stellt eines der gefährlichsten AKW-Projekte der letzten Jahre dar. Der Standort liegt in einer Erdbebenregion. Weiters gibt es für diesen Reaktortyp keinerlei Praxiserfahrungen. Die Sicherheitskultur in Bulgarien ist äußerst schwach ausgeprägt, immer wieder werden schwere Störfälle nicht oder nur verspätet bekannt gegeben. Ein Projekt wie das AKW Belene zu finanzieren, heißt ein zweites Tschernobyl zu riskieren – das müssen wir verhindern“, betont Silva Herrmann, Antiatom-Sprecherin der Umweltschutzorganisation
GLOBAL 2000.

Bis heute haben sich elf internationale Banken aufgrund der hohen finanziellen Risiken und ökologischer Bedenken dagegen entschieden, Belene zu finanzieren. Darunter so namhafte Institute wie die Deutsche Bank oder die Bank Austria/UniCredit. Die französische Bank BNP Paribas, eine der größten Banken der Eurozone, hat ihr Interesse an der Finanzierung des Riskio-Projektes bekundet. Laut Angaben der BNP Paribas in Bulgarien geht es um einen 250 Millionen Euro Kredit.

Beim letzten Erdbeben im Norden Bulgariens im Jahr 1977 starben 120 Menschen nur 12 km vom geplanten Atomkraftwerk entfernt. Die ersten Bauarbeiten für Belene fanden noch zu Sowjetzeiten statt, sie begannen kurz vor der Katastrophe von Tschernobyl. Wegen anhaltender Proteste, Sicherheits-Bedenken und fragwürdiger Wirtschaftlichkeit wurden die Bauarbeiten 1991 eingestellt. Seit 2004 verfolgt die bulgarische Regierung das Projekt jedoch erneut. „Bei dem geplanten Reaktortyp handelt es sich um ein unbekanntes Design, daher sind die Gefahren heute noch nicht einmal abschätzbar“, so Antonia Wenisch vom Ökologieinstitut. Das zeige eine Studie des Ökologieinstitutes. Bulgarien ist das am wenigsten energieeffizente Land in der EU. Trotzdem wurden Alternativen zum AKW-Projekt niemals ernsthaft geprüft.

Vergangenen Herbst haben 160 Organisationen aus 28 Ländern an BNP Paribas geschrieben und ihre Bedenken gegenüber Belene zum Ausdruck gebracht. Die Bank ist jedoch auf dieses Gesprächsangebot bisher nicht eingegangen. Daher protestieren am heutigen Weltumwelttag Umweltorganisationen vor den Filialen von BNP Paribas. „Die Finanzierung stellt die Achillesferse des Projektes dar. Wenn BNP Paribas Belene finanziert, werden wir unsere Proteste fortsetzen“, stellt Silva Herrmann für GLOBAL 2000 klar.


Weitere Informationen:

GLOBAL 2000-Expertin: Silva Hermann 0699/142000 17

Presse: Jens Karg 0699/14 2000 20, mailto: jens.karg@global2000.at

Factsheet des Ökologieinstitutes: http://www.ecology.at/joint_project_2006.htm

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