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Mehr als fünf Millionen Tonnen CO2-Äquivalent machen Ausbau in NÖ verfassungswidrig

Wien (15. Juli 2008). Bei der derzeit öffentlich aufliegenden Umweltverträglichkeitserklärung für den Bau der dritten Startbahn am Wiener Flughafen haben die Flughafenbetreiber den Klimaschaden um den Faktor 6 heruntergespielt, wie die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 errechnete. „Es ist ein Skandal und eine bewusste Irreführung der Bevölkerung, den Klima-Impact des Flughafens falsch anzugeben und damit das umstrittene Projekt der Erweiterung leichter durchzupeitschen“, kritisiert Heinz Högelsberger, Verkehrsexperte von GLOBAL 2000.

Um die Zahlen günstiger erscheinen zu lassen, bedienen sich die Flughafenbetreiber zweierlei Tricks. Einerseits ordnen sie nur die Hälfte aller Emissionen dem Flughafen Wien zu, die andere Hälfte wird den jeweiligen Ziel- oder Anflughäfen zugerechnet. „Dies ist aber unzulässig, da die Flughafenbetreiber damit argumentieren, dass ohne dritte Piste die Anzahl der Flüge stagnieren würde. Folgt man dieser Logik, belasten natürlich alle zusätzlich möglichen Flüge die Klimabilanz des Flughafens zur Gänze“, argumentiert Högelsberger. Der zweite Rechentrick basiert darauf, dass die Treibhausgasemissionen des Flugverkehrs ungefähr drei Mal klimaschädlicher sind als Emissionen, die an der Erdoberfläche ausgestoßen werden. Berücksichtigt man beide Faktoren, verursacht die dritte Startbahn und der dadurch steigende Flugverkehr einen Klimaschaden, der mehr als fünf Millionen Tonnen CO2 jährlich entspricht. Für GLOBAL 2000 sind die beiden Hauptaktionäre des Flughafen – die Länder Wien und Niederösterreich – verantwortlich für dieses drohende Klimadesaster. „Klimaschutz ist in der Landesverfassung von Niederösterreich verankert. Der Bau der dritten Startbahn ist somit klar verfassungswidrig. Die Landeshauptleute Pröll und Häupl müssen endlich aktiv werden und dieses Wahnsinnsprojekt stoppen,“ fordert Högelsberger abschließend.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Ruth Schöffl, 0699/14 2000 19, E-Mail: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Verkehrsexperte: Heinz Högelsberger, Tel.: 01/812 57 30 DW 18