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Burgenland braucht keine Müllverbrennungsanlage Heiligenkreuz

Wien (12. September 2008). „Eine fatale Fehlentwicklung“ nennt die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 die Errichtung weiterer großer Müllverbrennungsanlagen in Europa. Da alle diese mit Müll „gefüttert" werden sollen, steigt der Mülltourismus an, während durch die Konkurrenz der Preis für die Entsorgung sinkt. Heinz Högelsberger, Energiereferent von GLOBAL 2000 dazu: „Die Müllverbrennungsanlage Heiligenkreuz ist ein Beispiel für diese falsche Weichenstellung. Das jährliche Müllaufkommen im Burgenland aus Haushalten und Kleingewerbe beträgt gerade 100.000 Tonnen. Geplant ist für die neue Anlage aber ein Abfallvolumen von 325.000 Tonnen. Es ist also mehr Müll notwendig! Damit trägt die Müllverbrennung Heiligenkreuz mit dazu bei, die Anreize zu Müllvermeidung und Recycling zu verringern. Hinzu kommen weitere negative Effekte wie die Belastung mit klassischen Luftschadstoffen." Aus diesen Gründen unterstützt GLOBAL 2000 auch die Protestkundgebung, die am Sonntag, den 14. September in Heiligenkreuz stattfinden wird.

Durch die Umbennung von „Müllverbrennung“ in „thermische Verwertung" und von „Müll" in „Ersatzbrennstoff" sollen die negativen Folgen der umweltfeindlichen Müllpolitik schön geredet werden. Dabei sind Europas Abfallberge in den vergangenen Jahren bedenklich angewachsen. Allein beim Hausmüll verzeichnete die EU zwischen 1995 und 2003 ein Plus von 19 Prozent. In der EU wird nur ein Viertel der Abfälle wiederverwendet - technisch möglich wären aber bis zu 80 Prozent. Dazu kommt: Hinter einer Tonne Müll steht ein großer Aufwand an Material- und Energieeinsatz für die Produktion des Ursprungsproduktes. Durch die Verbrennung des Mülls kann nur ein Teil der aufgewendeten Gesamtenergie rückgewonnen werden. Müll vermeiden heißt in erster Linie, Rohstoffe und Energie zu sparen. „Müllvermeidung und Mehrweg ist gelebter Klimaschutz, " so Högelsberger.

GLOBAL 2000 fordert daher von der Politik:

1. Kein Bau von unnötigen Müllverbrennungsanlagen, stattdessen strikte Regelungen und Förderungen für Müllvermeidung und Recycling.
2. Gesetzliche Regelungen für starken Ausbau von Mehrwegsystemen, Aufbau von grenzübergreifenden Mehrwegsystemen.

GLOBAL 2000 empfiehlt Privatpersonen, Gewerbetreibenden und Gemeinden:

1. Kaufen Sie nur, was Sie wirklich brauchen und gerne haben möchten.
2. Achten Sie beim Kauf auf Qualität, Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit.
3. Kaufen Sie in erster Linie Mehrweggebinde, weiters Verpackungsmaterialien, die sinnvoll recycelt werden.
4. Verwenden Sie keine Aluminiumdosen, Weichschäume, Verbundmaterialien und ähnlich umweltbelastende Verpackungen,

GLOBAL 2000 Presse: Ruth Schöffl, 0699/14 2000 19, E-Mail: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Energiereferent: Heinz Högelsberger, 01/812 57 30 18