Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßt die heute getätigten Aussagen von Arne Jungjohann, Berater für Klima- und Energiepolitik, der bei einer Veranstaltung der IG Windkraft Österreich den Kohle-Ausstieg in Deutschland gefordert hat und ergänzt: „Auch in Österreich braucht die Kohleverbrennung ein Ablaufdatum! Noch immer laufen Kohlekraftwerke ohne Abschaltplan und verursachen neben Millionen Tonnen CO2 gesundheitsschädliche Emissionen von Feinstaub und Quecksilber. Der Abbau der steuerlichen Subventionen für Kohle in Österreich muss jetzt der nächste Schritt sein, damit die umweltschädlichste Energieform neben Atom endlich ins Museum geschickt werden kann“, so Johannes Wahlmüller, Klimasprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

In Österreich laufen noch die Kohlekraftwerke Riedersbach in Oberösterreich (Energie AG), Dürnrohr (Verbund, EVN) und Mellach (Verbund). Während Riedersbach 2016 still gelegt werden soll und der Verbund zuletzt angab seinen Block des Kraftwerks Dürnrohr zu schließen, läuft in Mellach weiter ein Kohlekraftwerk ohne Abschaltplan. Die Verbrennung von Kohle ist in Österreich steuerlich begünstigt und von der Kohleabgabe befreit. 1,4 Millionen Tonnen Kohle werden in Österreich durchschnittlich pro Jahr in der Stromerzeugung verbrannt, die Befreiung von der Kohleabgabe von 50 Euro pro Tonne hätte also einen Wert von etwa 70 Mio. Euro pro Jahr.

Die Kohleverbrennung in Österreich insgesamt - inkl. Stahlerzeugung - verursacht große Gesundheitsfolgen von etwa 120 vorzeitigen Todesfällen und rund 22.000 zusätzlichen Asthamanfällen bei Kindern und Erwachsenen, wie eine Studie von GLOBAL 2000 und HEAL zeigte. Kohle ist dazu in Europa und in Österreich hauptverantwortlich für Quecksilberemissionen. Quecksilber reichert sich unter anderem in Fischen an und gelangt dadurch auch in den menschlichen Nahrungskreislauf. Ein kürzlich durchgeführter GLOBAL 2000-Test zeigte, dass es sich hier um relevante Mengen handelt. „Es ist höchste Zeit, die ungerechtfertigten Steuervorteile für Kohle in Österreich abzubauen. Wir fordern Finanzminister Hans Jörg Schelling auf entsprechende Schritte in der Steuerreformkommission zu setzen und die völlig grundlose Befreiung von der Kohleabgabe für die Stromerzeugung aufzuheben“, so Johannes Wahlmüller, „Wir fordern aber auch die Energiekonzerne in Österreich, die noch Kohlekraftwerke ohne Abschaltplan betreiben, wie z.B. den Verbund, auf, endlich klare Worte zu finden und der Kohleverbrennung in Österreich in der Stromversorgung ein rasches Ablaufdatum zu geben.“