Proposal der EU-Kommission erkennt Agrotreibstoffe nicht mehr als Problem an - keine ausreichenden Nachhaltigkeitskriterien festgelegt

Wien/Brüssel, am 17. Oktober 2012 - Obwohl zahlreiche Studien belegen, dass Biotreibstoffe alles andere als klimafreundlich sind, erklärt die EU-Kommission einen Großteil der Agrotreibstoffe weiterhin für nachhaltig. Johannes Wahlmüller, Klima- und Energieexperte bei GLOBAL 2000, hält fest: "Das ist ein schlechter Tag für den Klimaschutz in Europa. Während im letzten Entwurf der Kommission noch anerkannt wurde, dass Biotreibstoffe zu Landnutzungskonflikten führen, wurden die entsprechenden Passagen jetzt einfach gestrichen. Das ist fatal."

Laut einer Studie des „European Environmental Institutes“ (IEEP) verursacht die Verwendung von Biotreibstoffen bis zu 160 Prozent mehr CO2-Emissionen als der Einsatz herkömmlicher Treibstoffe. Johannes Wahlmüller kritisiert insbesondere, dass der ILUC-Faktor (Indirect Land Use Change) nicht berücksichtigt wurde: „Wenn Regenwälder abgeholzt werden, um Platz zu machen für den Anbau von Pflanzen zur Biotreibstoffproduktion, dann ist das nicht nachhaltig“, betont er. Der Klima- und Energieexperte fordert: "Die Kommission soll die Studien und Fakten endlich zur Kenntnis nehmen und ihre Berechnungsgrundlagen entsprechend adaptieren. Das heutige Ergebnis ist inakzeptabel."

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GLOBAL 2000 / Friends of the Earth Austria Pressesprecherin: Mag. Nunu Kaller, Tel.: 0699/14 2000 20