Wien, am 28. März 2017 – Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert die in der Tiroler Tageszeitung getätigten Äußerungen des Umweltministers zum Thema Sprit-Besteuerung: "Mit billigem Sprit lösen wir keine Probleme, schaffen aber andere. Umweltminister Andrä Rupprechter würde damit seine eigene E-Mobilitäts-Offensive untergraben und besonders spritfressende SUVs unterstützen. Das kann ein verantwortungsbewusster Umweltminister nicht wollen. Umweltschädliche Vorschläge zu übernehmen, die nur der Mineralölwirtschaft dienen, ist völlig untragbar", kritisiert Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000.

Erst am 1. März hat die Förderung der Bundesregierung für E-Mobilität gestartet. Die jetzt getätigten Aussagen lassen den Eindruck entstehen, dass in der österreichischen Klima- und Energiepolitik kein ernsthafter koordinierter Plan verfolgt wird. Gegenüber 1990 sind die Treibhausgasemissionen im Verkehr um 60 Prozent gestiegen. Ein verantwortungsbewusster Umweltminister müsste sich diesem Problem nun stellen. "Anstatt populistischer Ansagen in Richtung billigem Sprit, sollte sich Umweltminister Rupprechter für eine echte Mobilitätswende hin zu mehr öffentlichem Verkehr und E-Mobilität einsetzen. Bisher ist der Umweltminister eine klare Strategie für Klimaschutz in Österreich schuldig geblieben", sagt Wahlmüller. "Die vor Sommer angekündigte integrierte Energie- und Klimastrategie wird der Lackmustest, ob die Bundesregierung zu einer ernsthaften Arbeit an der Energiewende fähig ist."

GLOBAL 2000 hat kürzlich gemeinsam mit Greenpeace und dem WWF eine Studie präsentiert, die zeigt, wie in Österreich Klimaschutz gelingen kann und wir unsere Treibhausgasemissionen bis 2050 um 90 Prozent reduzieren können. Dafür braucht es jetzt aber entschlossene Schritte in Richtung einer zukunftsorientieren Mobilitätspolitik, Verbesserungen beim Ökostromgesetz eine Strategie mit klaren Zielen und Instrumenten und eine Bundesregierung, die das Thema beherzt umsetzt. "Umweltminister Andrä Rupprechter sollte die Speerspitze der Energiewende in Österreich sein und nicht ihr Totengräber. Wir brauchen dafür entschlossene Taten und einen klaren Plan, wie wir den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas in Österreich schaffen. Undurchdachte populistische Querschüsse sind dabei nicht hilfreich", so Wahlmüller abschließend.