Übermorgen werden die Klimaverhandlungen in Lima ihren Abschluss finden. Für GLOBAL 2000 sind mehr Anstrengungen notwendig, damit es zu einem wirklich umfassenden Abkommen in Paris kommen kann: "Die Verhandlungen laufen vielfach in die falsche Richtung. Für ein umfassendes Klimaabkommen in Lima braucht es mehr Bemühungen, eine faire Aufteilung der Emissionsminderungen und verbindliche Zusagen für die Unterstützung der Entwicklungsländer", so Johannes Wahlmüller, Klimasprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Die Organisation begrüßt die Zusage von Umweltminister Andrä Rupprechter, 25 Millionen Dollar für die Erstkapitalisierung des Green Climate Fund zur Verfügung zu stellen. Im Vergleich mit anderen Ländern ist der österreichische Beitrag aber sehr niedrig. Die positiven Anzeichen der Bundesländer sind schon ein Signal, dass ein höherer Beitrag erreicht werden kann. Allerdings ist auch ein Gesamtbetrag von 50 Millionen Dollar als unzureichend zu bewerten, für die Erstkapitalisierung wären 100 Millionen Euro angemessen. "Es braucht hier ganz klar noch weitere Nachbesserungen um in Paris einen Beitrag zur Unterstützung der Entwicklungsländer zur Verfügung zu stellen, der der Verantwortung Österreichs auch tatsächlich entspricht", so Wahlmüller weiter.

Handlungsbedarf sieht GLOBAL 2000 auch in Sachen Klimaschutzpolitik in Österreich. Erst am Montag zeigte der Klimaschutzindex, dass Österreich um 5 Plätze auf den 36. Platz abrutschte. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, wie sich Österreich wieder verbessern könnte: "Wir brauchen jetzt ganz klare Signale der Politik, dass ein substantielles Klimaschutzpaket spätestens mit Anfang 2015 ausgearbeitet und rasch umgesetzt wird", so Wahlmüller. Eckpunkte eines Pakets sollen eine öko-soziale Steuerreform, eine Aufstockung des Sanierungsschecks, ein zügiger Ausbau erneuerbarer Energie und Investitionen in sanfte Formen der Mobilität sein. Mit einem Klimaschutzpaket können nicht nur die CO2-Emissionen gesenkt werden, sondern tausende Arbeitsplätze geschaffen und Gesundheitsfolgekosten von Luftschadstoffen verringert werden.