Betreiber wenden „Mochovce-Trick“ an und wollen Kraftwerk ohne UVP in Betrieb nehmen.

Wien (1. Juli 2009). Anlässlich der heutigen Verhandlung in Voitsberg (Steiermark) wendet sich die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 vehement gegen die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerkes Voitsberg. „In Zeiten wie diesen ein völlig ineffizientes Kohlekraftwerk in Betrieb zu nehmen, ist absurd und völlig verantwortungslos. Allein Voitsberg würde alljährlich unglaubliche zwei Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre blasen. Zum Vergleich: Österreich emittiert pro Jahr um 20 Millionen Tonnen mehr Treibhausgase als uns laut Kyoto-Abkommen zusteht. Voitsberg wäre also ein weiterer Sargnagel für Österreichs Klimaschutzpolitik“, so Heinz Högelsberger, der als Energiereferent von GLOBAL 2000 bei der heutigen Verhandlung die Anliegen der Umwelt vertritt.

GLOBAL 2000 hat bei diesem Verfahren Parteienstellung und verlangt die Abhaltung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (=UVP). „Mirko Kovats will mit seiner A-TEC-Firma den gleichen Trick wie die Mochovce-Betreiber anwenden. Er argumentiert, dass die alte Betriebsbewilligung noch gültig sei und die nun geplanten Umbauarbeiten unerheblich sind. Auch in der Slowakei wollte man die Reaktoren Mochovce 3 und 4, basierend auf einer Baubewilligung aus den 1980er-Jahren, fertigstellen. Aufgrund der Proteste von Umweltschützern muss die Slowakei nun eine UVP durchführen. Was Österreich von der Slowakei fordert, muss auch für die Steiermark gelten“, betont Högelsberger. GLOBAL 2000 spricht sich generell für ein Verbot der Verfeuerung von Kohle in Kraftwerken aus und hält kalorische Kraftwerke, deren Abwärme nicht zur Gänze genutzt wird, für völlig rückständig. Hinzu kommt, dass die Feinstaubbelastung in der Region Voitsberg und Köflach auch ohne Kraftwerk illegal hoch ist. Die Bevölkerung würde also durch die Kohleverfeuerung einer zusätzlichen und skandalösen Gesundheitsgefährdung ausgesetzt werden. GLOBAL 2000 fordert als Alternative eine Energieeffizienz-Offensive für die Steiermark, sowie einen umweltgerechten Ausbau von erneuerbaren Energiequellen.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Pressesprecherin: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26, E-Mail: presse@global2000.at

GLOBAL 2000 Energiereferent: Heinz Högelsberger, Tel.: 0699/14 2000 17, E-Mail: heinz.hoegelsberger@global2000.at