Flughafenausbau wäre klimapolitischer Wahnsinn

Mit einer eindrucksvollen Aktion protestiert GLOBAL 2000 bei der heutigen Aktionärsversammlung der Flughafen-Wien AG gegen deren Pläne für eine 3. Startbahn: Zahlreiche AktivistInnen haben den Zugang zur Hauptversammlung in eine 25 Meter lange Startbahn umgewandelt. Erklärtes Ziel der UmweltschützerInnen ist es, dass das Flughafen-Management die aktuellen Ausbaupläne für eine 3. Startbahn stoppt. „Im ersten Quartal 2009 ist die Anzahl der Passagiere beim Flughafen Wien um 15 Prozent zurückgegangen“, sagt Heinz Högelsberger, Verkehrsreferent der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

„Die Wachstumsphantasien des Managements brechen wie ein Kartenhaus zusammen. Es gibt keinerlei Bedarf für einen weiteren Flughafenausbau. Es kann den Aktionären folglich nicht egal sein, ob - nach dem umstrittenen Skylink-Projekt – die nächste Fehlinvestition getätigt wird.“ Fliegen ist rund 50 Mal klimaschädlicher als das Bahnfahren, daher wendet sich GLOBAL 2000 gegen jegliche Bauprojekte, die zu noch mehr Flugverkehr und damit zu einer Verschärfung der globalen Klimakrise führen. Laut aktuellem Flugplan haben zwei Drittel aller Direktflüge von bzw. nach Wien-Schwechat eine Entfernung von weniger als 900 Kilometern. Jeder zehnte Flug ist sogar kürzer als 300 Kilometer. Eine Vielzahl an Flugzielen ist folglich leicht mit Nachtzügen erreichbar und im Sinne von ernst gemeintem Klimaschutz einsparbar. Von den zehn am häufigsten angeflogenen Destinationen sind acht schon jetzt durch Direktzüge erreichbar. GLOBAL 2000 erinnert auch an die politische Verantwortung der Landeshaupt­leute Häupl und Pröll; schließlich halten die Länder Niederösterreich und Wien 40 Prozent der Flughafenanteile. „Eine 3. Startbahn wäre erstens eine massive zusätzliche Lärmbelastung für AnrainerInnen und zweitens in Zeiten des Klimawandels eine völlig verantwortungslose Maßnahme. Die beiden Landeshauptmänner sind aufgerufen, umweltpolitisch und wirtschaftlich sinnvoll zu handeln. Sie müssen den Ausbau des Flughafens Wien-Schwechat verhindern“, fordert Högelsberger. Neben wirtschaftlichen Gründen wie dem aktuellen Passagierrückgang, der ökonomische Situation der AUA und der Weltwirtschaftskrise sprechen auch Umweltschutzgründe ganz klar dafür, den Flughafenausbau ad acta zu legen und stattdessen die internationalen Bahnverbindungen zu attraktivieren. „Der globale Klimawandel ist eine ernst zu nehmende Tatsache. Die gegenwärtigen dramatischen Auswirkungen der Erderwärmung wie Gletscherschmelze und eine Zunahme an Extremwetterereignissen sind erst der Anfang. Heute müssen die politischen und wirtschaftlichen Weichen richtig gestellt werden, Steuergelder und wirtschaftliche Investitionen in zukunftsträchtige Mobilitätsvorhaben getätigt werden“, appelliert Högelsberger abschließend. Top Ten der Flugbewegungen (laut gültigem Flugplan 2009)

 

 

Von den Top Ten sind acht Destinationen auch mit direkten Zügen zu erreichen: Frankfurt/Main: mit Direktzügen in 7 Stunden erreichbar München: mit Direktzügen in 4:15 Stunden erreichbar Zürich: mit Direktzügen in 8:40 Stunden erreichbar Berlin: mit Direktzügen in 9 Stunden erreichbar Amsterdam: mit direktem Nachtzug in 16:35 Stunden erreichbar London: mit Umsteigen in 16 Stunden Stuttgart: mit direktem Nachtzug in 7:50 Stunden erreichbar Paris: mit Umsteigen in 14 Stunden erreichbar Düsseldorf: mit direktem Nachtzug in 10 Stunden erreichbar Hamburg: mit direktem Nachtzug in 12:20 Stunden erreichbar

Weitere Informationen: GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26 und Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, E-Mail: presse@global2000.at GLOBAL 2000 Verkehrsreferent: Dr. Heinz Högelsberger, Tel.: 01/812 57 30-18, E-Mail: heinz.hoegelsberger@global2000.at

GLOBAL 2000, Kurt Prinz